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Zwischen
Prügel und Prominenz
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Glöckl-Wirt
Michi Beck, der jetzt pleite ist, sorgte
oft für Wirbel |
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VON
MARIA NEIDLINGER Eigentlich war Michi
Beck immer mehr Gast als Wirt. Stammgast
sogar: auf der Polizeistation, vor
Gericht, in den Schlagzeilen. Es gab
rauschende Partys, Namens-Streit um die
Nürnberger Rostbratwurst, nächtliche
Prügeleien. Kurz: Beck ist eine der
schillerndsten Figuren der Münchner
Gastronomie.
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Am Mittwoch war`s mal wieder soweit.
Beck ist pleite, verkündete die
Augustiner-Brauerei und kündigte die
Pacht fürs berühmte "Bratwurst-Glöckl
am Dom" (wir berichteten). Während
der Konkursanwalt Akten wälzte und
Mitarbeiter beruhigte, tauchte Beck ab.
"Ich kann ihn auch nicht erreichen,
ich weiß nicht, wo er ist", sagt
Insolvenzverwalter Axel Bierbach.
Angeblich hat sich Beck Richtung Dubai
abgesetzt, ins Paradies der Millionäre.
Zu denen kann sich Beck nicht mehr
rechnen. Eine Million Schulden hat er,
seine "Bratwurst Glöckl Gmbh"
ist ebenso zahlungsunfähig wie drei
weitere Gesellschaften.
Dabei strahlte der Stern von Michael
Beck, "Michi" genannt, vor
einem Jahr noch besonders hell. Damals
lud er scharenweise Prominente zur Eröffnung
seines asiatischen Lokals "Thaifoon"
ein. Das gab viel Wirbel. Das
Restaurant, gleich neben "Bratwurst
Glöckl" und "Augustiner am
Dom" (bis Dezember 2003 auch von
Beck geführt), war ein lang gehegter
Wunsch von ihm: Beck, der in München
eine Metzgerlehre abschloss, bekam den
letzten Schliff in der Gastronomie in
Asien beigebracht. Er arbeitete in
Shanghai und Hongkong und leitete sogar
ein Lokal in Peking. Noch immer ist Beck
mit der Filipina Nadja verheiratet.
Einmal im Jahr war Beck aber
besonders wichtig. Er gehörte mit
seinem Zelt "Bratwurst Glöckl"
zu den kleinen Wiesn-Wirten - doch
schaffte er es öfter in die Presse als
jeder andere Schausteller. In seinem
Zelt begrüßte er Hamburger Kiez-Größen
wie den "Neger-Kalle",
einschließlich hübscher Mädchen als
Dekoration.
Als es einmal während des
Oktoberfestes schneite, holte Beck seine
alten Skier heraus und posierte damit
vor seinem Zelt - breitbeinig auf einem
Schlitten sitzend. Den wird er wohl in
Dubai nicht brauchen.
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27.02.2006 | Netzcode:
10836439
Appell an Schausteller: Bei großen
Veranstaltungen auch kleine Geschäfte zum Zug
kommen lassen
Weiden. (hcz) Bei der Bezirksstelle
Weiden des Verbands der Marktkaufleute und
Schausteller scheint alles in Ordnung zu
sein. Im Gegensatz zu Kollegen,
beispielsweise in Baden-Württemberg, die
erhebliche Probleme mit
Festplatz-Privatisierungen haben und deren
Landesverband nicht nur über finanzielle
Probleme, sondern auch über großen
Mitgliederschwund klagt.
Der Präsident des Bayerischen Landesverbands
mit zirka 2500 Mitgliedern, Wenzl Bradac (München),
berichtete dies von der
Landesdelegiertenkonferenz, die kürzlich in
Bamberg stattgefunden hatte.
Er forderte in der Jahreshauptversammlung der
Marktkaufleute und Schausteller am Samstag im
Schützenhaus dazu auf, auch die kleineren
Geschäfte zum Zuge kommen zu lassen. Sie
seien "die Farbtupfer auf unseren
Festen".
Konkurrenz:
Vereinsfestl'n
Vorsitzender Peter Renner beklagte lediglich
die Konkurrenz, die den Frühlings- und
Volksfesten durch zahlreiche "Vereinsfestl'n"
erwachsen würden. Kathrein- und
Christkindlmarkt seien gut verlaufen. Robert
Margraf und Gerd Donhauser hätten
Christbaumständer und zwei weitere Märchenhäuschen
gebaut. Somit erfreuen nun acht Stück die
Kinder. Auf der Wunschliste stehe eine überdachte
Bühne für die Konzerte auf der
Rathaustreppe.
Kassiererin Thea Strehl und Donhauser für die
"Arge Märkte" berichteten von den
Finanzen. Erheblich zu Buche geschlagen hätten
das Material für die Märchenhäuser sowie
die finanzielle Beteiligung am Tor zum
Festplatz. Vorsitzender Peter Renner fand
ansonsten nur lobende Worte für den
Festplatz, die Stadt, den Oberbürgermeister
und die Königlich-privilegierte Feuerschützengesellschaft.
Schützenmeisterin Carola Girisch dankte für
den finanziellen Beitrag. Zu je einem Drittel
hatten ihr Verein, die Stadt und die
Schausteller das Tor bezahlt, das zum Frühlings-
und zum Volksfest den Eingang schmückt.
Für die Spende, die der Verband der Stadt für
wohltätige Zwecke zukommen ließ, dankte Bürgermeister
Lothar Höher. Die Stadt stehe hinter den
Schaustellern und Marktkaufleuten, versicherte
Höher auch namens der ebenfalls anwesenden
Stadtratskollegen Wilhelm Moser, Karl-Heinz
Schell, Hans Blum und Karlheinz Rothballer.
Ein Tag der D-Mark
Rechtsdirektor Hermann Hubmann stellte die
Planungen für das neue Volksfest vor. Bei der
Vergabe seien die Vertreter des Weidener
Schaustellerverbands stets dabei. Insbesondere
wies Hubmann auf das "sehr sensible
Lebensmittelrecht" hin. Es werde
akribisch gehandhabt und entsprechend streng
kontrolliert. Platzmeister Peter Rackl kündigte
bereits für das kommende Frühlingsfest
Aktionen wie eine "Happy Hour",
einen "Tag der
D-Mark", Flyer mit Gutscheinen und eigens
von Vereinen gestaltete Aktionstage an.
TODESSTURZ
AUS BUNGEE-KUGEL Pressebericht
06/02/2006
Staatsanwältin
fordert Freiheitsstrafen
Im Prozess um den tödlichen Unfall auf einer
Kirmes im rheinland-pfälzischen Daun hat die
Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen ohne Bewährung
gefordert. Eine 14-Jährige war vor eineinhalb
Jahren aus einer Bungee-Kugel in den Tod gestürzt,
weil sie nicht ordnungsgemäß angeschnallt war.
Trier - Sowohl die Betreiber als auch die
Angestellten hätten sich der fahrlässigen Tötung
und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig
gemacht, erklärte die Staatsanwältin heute vor
dem Landgericht in Trier.
Die Vorwürfe sind massiv: Die 14-jährige
Kirmes-Besucherin soll am 10. August 2004 tödlich
verunglückt sein, weil sie vom Personal nicht
angeschnallt wurde. Ihre 16 Jahre alte Freundin
überlebte verletzt und schwer traumatisiert.
Mehrere Kunden des Fahrgeschäfts hatten
ausgesagt, dass die Schausteller das Anschnallen
in der Regel absichtlich hinausgezögert hätten,
um den Gästen Angst zu machen. Einer der
angeklagten Mitarbeiter bestätigte, dass der
Spannvorgang der Drahtseile bisweilen
eingeleitet wurde, ohne dass die Fahrgäste
gesichert waren. Danach blieben etwa 40
Sekunden, bis die Kugel in 65 Meter Höhe
geschossen wurde. "Wenn wir die Mädels ärgern
wollten, haben wir den Bügel erst kurz vor dem
Abschuss zugemacht, um ihnen Panik zu
machen", gab der 25-jährige Gehilfe Jürgen
L. zu. "Spätes Anschnallen gehörte bei
uns zum Programm."
Die drei Schaustellergehilfen hätten mit dem
Leben der Fahrgäste gespielt und müssten
jeweils mit zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis
bestraft werden, forderte die Anklagebehörde.
Das Betreiberehepaar habe die
"leichtsinnige Handhabung" des
Personals geduldet und müsse für ein Jahr und
acht Monate in Haft.
Nach Ansicht des technischen Sachverständigen
ist "ein summiertes Fehlverhalten" des
Personals für das tödliche Unglück
verantwortlich. Die Mitarbeiter seien mangels
vorgeschriebener Schulungen nicht zum Betrieb
der Anlage berechtigt gewesen. Zudem hätte der
"Slingshot" wegen vorgenommener
technischer Veränderungen nicht betrieben
werden dürfen, sagte der Gutachter vor dem
Gericht. Die Schausteller hatten nachträglich
eine Sprenkleranlage, eine Nebelmaschine und ein
Videogerät installiert.
Das Urteil soll am 23. Februar gesprochen
werden.
Kommentar: LVNB
Für uns unfassbar, was hier laut
Pressebericht geschehen ist. Eine Anlage so verantwortungslos zu
betreiben darf und kann nur
ein Einzelfall bleiben und auch dieser
Einzelfall ist schon einer zuviel, denn hier ist
eine unschuldige Person ums Leben gekommen. Wir
bitten alle Schaustellerbetriebe in Zukunft noch
mehr auf die Sicherheit der Fahrgäste zu
achten, damit so etwas Schreckliches nie wieder
passieren kann. Wir wissen natürlich, dass dieses
ein Ausnahmefall ist und die Fahrgeschäfte
ansonsten sicher von verantwortungsvollen
Betreibern geführt werden. Unverständlich ist
für uns auch das vom Hersteller keine Sicherung
eingebaut war, die den Abschuss der Kugel ohne
Gurte und Bügel verhindert hätte. Unser Verband wird
diesen Vorfall auf dem nächsten
Bundesverbandstag vortragen und die
Sicherheit des Publikums auf Volksfesten zum
Thema machen.
Wir möchten der
Familie der Verunglückten unser grosses
Bedauern und Mitgefühl aussprechen. Wir wissen
natürlich auch, dass dieses nicht über Ihren
grossen Schmerz hinweghilft.
24.02.2006
Eltern
entsetzt über "Bungee"-Urteil
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Bewährungsstrafen
für alle fünf angeklagten Schausteller
/ Staatsanwaltschaft prüft Revision
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Trier. Eineinhalb Jahre nach dem tödlichen
Sturz einer 14-Jährigen aus einer
"Bungee-Kugel" auf der Dauner
Kirmes sind gestern alle fünf
angeklagten Schausteller zu Bewährungsstrafen
verurteilt worden. Nach Ansicht des
Landgerichts Trier machten sich das
Betreiber-Ehepaar des Fahrgeschäfts und
drei seiner Angestellten der fahrlässigen
Tötung und fahrlässigen Körperverletzung
schuldig. Die Schülerin war aus 65
Metern Höhe aus der Kugel in den Tod
gestürzt, weil sie nicht angeschnallt
worden war. Ihre 16 Jahre alte Freundin
überlebte verletzt und traumatisiert.
Der 56 Jahre alte Betreiber der
Anlage sowie zwei seiner Mitarbeiter
wurden zu einer Freiheitsstrafe von
einem Jahr und neun Monaten verurteilt.
Der dritte Schaustellergehilfe, der den
Abschuss der Kugel ausgelöst hatte,
erhielt zwei Jahre. Gegen die Frau des
Betreibers wurde eine Strafe von einem
Jahr und sechs Monaten verhängt. Alle
Strafen wurden zur Bewährung
ausgesetzt.
Nach der Urteilsverkündung zeigten
sich die Eltern des getöteten Mädchens
entsetzt: "So ein mildes Urteil ist
ein Hohn", sagte der Vater, während
seine Frau weinte. Die
Staatsanwaltschaft will prüfen, ob sie
gegen das Urteil Revision einlegt. Sie
hatte langjährige Haftstrafen
gefordert, die wegen der "Schwere
der Vergehen und Folgen" nicht zur
Bewährung ausgesetzt werden sollten.
Im Prozess waren grobe Nachlässigkeiten
der Schausteller zu Tage getreten. Die
drei Männer, die an der Anlage
arbeiteten, hatten eingeräumt, oftmals
den Spannvorgang der Drahtseile
eingeleitet zu haben, ohne die Fahrgäste
zu sichern. Erst wenige Sekunden vor
Abschuss der Kugel war der Haltebügel
heruntergeklappt worden. Die gefährliche
Anschnallpraxis erklärten die Männer
im Alter von 25 bis 33 Jahren damit,
dass sie "die Mädchen ärgern"
und den Nervenkitzel erhöhen wollten.
"Spätes Anschnallen gehörte zum
Programm", hatte einer eingeräumt.
Etwa 8000 Mal sei die Sache auch gut
gegangen, sagte der Vorsitzende Richter
Rolf Gabelmann. Bis zum 10. August 2004.
Da hatten zwei Schausteller mit den
beiden Mädchen gescherzt, sie mit
Wasser bespritzt und nicht auf die Gurte
geachtet. Der dritte Mitarbeiter drückte
auf den Abschussknopf, ohne sich zu
vergewissern, ob die Mädchen gesichert
waren. Drei Sekunden später raste die
Kugel in die Luft und schleuderte die
14-Jährige heraus. Sie fiel zunächst
mit dem Kopf auf ein Geländer, dann auf
den Boden und wurde dabei tödlich
verletzt. Ihre Freundin konnte sich am
Gestänge festklammern.
Es habe sich um ein "kumulatives
einmaliges Versagen" gehandelt,
sagte der Richter. Die Männer hätten
"manchmal ungeheuer schlampig, aber
manchmal auch hervorragend
zusammengearbeitet". Das milde
Urteil begründete er auch mit den
umfassenden Geständnissen der
Schausteller. Sie hätten im Prozess
gezeigt, wie sehr sie unter dem tödlichen
Unfall litten. dpa
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Schausteller
und Marktkaufleute zunehmend in Existenznöten
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| Bamberg
(dpa/lby) - Die Marktkaufleute und
Schausteller in Bayern sehen sich
zunehmend in ihrer Existenz bedroht. Noch
habe es so viele Insolvenzen wie in der jüngsten
Vergangenheit, sagte der Präsident des
Landesverbandes der Marktkaufleute und
Schausteller, Wenzel Bradac, am Montag zum
Auftakt der Landesversammlung in Bamberg.
Knapp 20 Betriebe hätten in den
vergangenen zwei Jahren aus
wirtschaftlichen Gründen aufgegeben. Vor
allem die gestiegenen Energiekosten seien
für die Schausteller ein Problem. |
20.01.2006

zum Seitenanfang
Sorgen der Marktkaufleute vor Fußball-Weltmeisterschaft
Weiden. (wd) Der Anschein einer heilen
Welt wird gewahrt. Sorgen und Nöte passen
nicht ins Bild von Jubel, Trubel, Heiterkeit,
das die Schausteller und Marktkaufleute auf
ihren Festen verbreiten wollen. Und von dem
sie auch leben. Doch ihr Überleben wird immer
schwieriger. Beim Landesdelegiertentag in
Bamberg wird offen von Umsatzeinbrüchen bis
zu 25 Prozent gesprochen. "Die Zahlen
sind wohl überall gleich", gestehen die
Weidener Marktkaufleute Robert Margraf und
Karlheinz Rothballer.
Die Marktkaufleute zählen sich schon jetzt
nicht zu den Gewinnern des Jahres 2006. Während
andere über die Fußballweltmeisterschaft
jubeln, wissen Margraf und Rothaller bereits,
dass es für sie Hundstage geben wird.
"Das Eröffnungsspiel fällt mit dem
Feuerwerk der Amberger Pfingstdult zusammen.
Da ist dann tote Hose, wir bräuchten uns gar
nicht erst hinzustellen", fürchtet
Rothballer.
"Angefressen" reagiert der
Marktkaufmann, SPD-Stadtrat und Platzmeister für
das Volks- und Schützenfest auf die
"nicht beeinflussbaren Faktoren",
die die Arbeit erschweren: Die
"Schwarzgastronomie", die
Vereinsfestln, die Beach-Partys, die auch
Staat und Gastronomie schädigen. Oder die
Energiepreise, die dazu führen, dass immer
mehr lukrative Geschäfte den Feuerschützen
einen Korb geben, weil sich die Anreise aus Köln
oder München nicht mehr lohnt.
Während in der Region die Städte "noch
mit Herzblut" dabei seien, gingen
zunehmend mehr Kommunen dazu über, ihre
Festplätze an private Betreiber zu vergeben.
"Passau war bisher ein gutes Pflaster.
Der private Organisator hat nun die
Platzgelder verdoppelt. Da ist nichts mehr
verdient."
Festbesuche seien für die Bürger der pure
Luxus. "Wir haben vielleicht manchmal
etwas mehr Umsatz, aber immer weniger bleibt
in der Kasse."
20.01.2006
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Bei
den Schaustellern dreht sich vieles um
Bürokratie
(CZ) "Wir haben die
gleichen Probleme, die der kleine Mittelstand hat:
Ausufernde Bürokratie und eine komplizierte
Steuergesetzordnung", sagt Hans-Peter Arens,
Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schausteller
und Marktkaufleute e. V. (BSM).
Großmärkte auf der
"grünen Wiese", Veranstaltungsverbote nach
Katastrophen und Unglücken, die EU-Ostererweiterung und
die angedachte Dienstleistungs-Rahmenrichtlinie, sowie
hohe Stromkosten und Standgelder beschäftigen die
deutschen Marktleute und Schausteller, die noch bis
Dienstag in der Westfalenhalle ihren 31.
Bundesverbandstag abhalten. Veranstaltungsverbote nach
Ereignissen wie dem 11. September 2001 oder der
Flutkatastrophe in Asien lehnt Arens ab: "Da sollte
man lieber das Fest durchführen und von der Erlösen
etwas abgeben." Das Leben gehe auch in Diskos oder
bei Sportveranstaltungen weiter, "da muss gleiches
Recht für alle gelten".
Apropos Recht: Die
Dienstleistungs-Rahmenrichtlinie der Europäischen
Union, die bis 2010 eingeführt werden soll, besagt
u.a.: Für Unternehmer, die in anderen EU-Staaten tätig
sind, gelten nur die Rechte und Vorschriften ihres
Herkunftslandes. Hier fürchtet Arens die Untergrabung
des deutschen Sicherheitsstandards: "Die Besucher
sehen doch nicht, nach welchen Vorschriften ein
Karussell geprüft wurde."
Eine gefährliche Tendenz
beobachtet BSM-Vizepräsident Giuseppe Angeletti:
"Es gibt immer mehr Bestrebungen, Volksfeste von
Eventmanagern ausrichten zu lassen." Durch diese
Privatisierungen, so Angeletti weiter, steige oft die
Standmiete stark an und das Volksfest bekäme einen
"Ballermanncharakter". Das wollen die
Schausteller verhindern. Arens: "Der Trend zu
höher, schneller, weiter ist abgeflacht. Volksfeste
sollen zu einem Ort der Begegnung werden." Heute
findet um 10 Uhr ein Marsch von der Petri- zur
Reinoldikirche statt, um 12 Uhr sollen auf einer
Kundgebung in der Bürgerhalle noch einmal die
Forderungen des BSM erläutert werden.
23.01.2005
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Der Kampf um die Nachfolge des
baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin
Teufel wird zur Schlammschlacht. Jetzt muß Annette
Schavan sogar ihr Privatleben verteidigen
von Johann Michael Möller
Walter Weitmann hat schon immer gerne die Spielregeln
verletzt. Als er die badischen Bierbrauer aus
Donaueschingen in sein Festzelt holte, da herrschte
Krieg auf dem Cannstatter Wasen, dem Stuttgarter
Oktoberfest. Da drohten ihm die schwäbischen Brauer
sogar Prügel an. Walter Weitmann ist das, was man ein
Urgestein nennt. 55 Jahre Volksfest: Vom Budenbesitzer
zum König der Schanktische. Wo er war, schäumte es
immer. Dann wurde er krank, wollte abtreten, feuerte
seine eigene Tochter und läßt heute verkünden:
"Ich bin wieder da."
Walter Weitmann war auch auf der ersten
Regionalkonferenz der beiden Kontrahenten um die
Teufel-Nachfolge in Schwäbisch Gmünd. So eine
politische Schlammschlacht ist ganz nach seinem Gusto.
Und damit es dort auch so richtig schäumt, verteilte er
gleich am Eingang Flugblätter, in denen etwas von
neuesten Gerüchten stand über "angebliche
gleichgeschlechtliche Beziehungen" der
Kultusministerin Annette Schavan. Weitmann ist keiner,
der da groß herumredet. Er sitzt im Rollstuhl und will
es genauer wissen. Auch hernach in der Fragerunde, die
Schavan noch mit viel Witz pariert.
Günther Oettingers Greifkommandos sind auch schon
vor Ort und erkennen blitzschnell, welche Gefahr sich da
zusammenbraut. Sie kassieren die Flugblätter rigoros.
Denn sie wissen: Wenn auch nur der leiseste Verdacht
aufkommen sollte, daß auch sie mit diesem Thema
spielen, dann würde es eng werden für ihren Favoriten,
an dem schon das Image des Königsmörders hängt. Auch
der Tagungsleiter Reinhart, eher ein Oettinger-Mann,
mahnt. Es habe da diskriminierende Flugblätter gegeben
aber man wolle doch eine faire Auseinandersetzung mit
Stil.
Um Stil ging es schon immer, wenn Annette Schavan es
wagte, ihren Fuß auf politische Erbhöfe zu setzen,
oder sicher geglaubte landespolitische Pfründe
anzutasten. Schon als sie ins Schattenkabinett von
Christian Wulff berufen wurde, gab es die Kneipenrunden
im bierdimpfeligen Hinterzimmer, wo über angebliche
Neigungen getuschelt wurde. Und als Annette Schavan ins
Gespräch für die Rau-Nachfolge kam, da schlug man sich
schon mal in der bayrischen Landesgruppe in Berlin auf
die krachledernen Oberschenkel.
Für die Witwenschüttler vom Boulevard war das ein
gefundenes Fressen. Gab es da nicht sogar eine
mysteriöse Nonne im Privatleben der Annette Schavan.
Selbst ihre Mutter wurde mit peinlichsten Fragen
traktiert.
Annette Schavan hat solche Anspielungen stets
abblitzen lassen, hat auch in Schwäbisch Gmünd noch
spöttisch pariert, daß sie sehr wohl wisse, was eine
Familie sei, denn sie käme schließlich aus einer.
Aber die offene Flanke der unverheirateten,
kinderlosen Katholikin aus dem Rheinland bleibt. Und die
Oettinger-Fraktion malt diesen Malus genüßlich aus.
Zur Wahl in Baden-Württemberg stünde jetzt ja eine
Theologin und Pädagogin gegen einen Juristen und
Wirtschaftsanwalt, schreibt der stellvertretende
Fraktionsvorsitzende der CDU im Stuttgarter Landtag,
Peter Hauk, mit drei weiteren bekennenden
Oettinger-Männern an die CDU-Mitglieder im
Neckar-Odenwald Kreis. Oettinger spreche nicht nur über
Familie, heißt es dort, "sondern er lebt
Familie."
Wir können doch nicht die Augen vor den natürlichen
Qualitäten unseres Kandidaten verschließen, heißt es
dazu treuherzig aus dem Oettinger-Lager. Er sei nun
einmal verheiratet und habe auch ein Kind.
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Neue Effekte eingetroffen: Der Aufbau der
Stände endet heute, denn morgen wird der 969. Bremer
Freimarkt um 18 Uhr feierlich eröffnet. 17 Tage lang stehen
Fressbuden neben altbekannten und neuen Attraktionen auf der
Bürgerweide. Erstmals wird es eine "Miss Freimarkt"
geben. Bisher kennt sie noch niemand- abgestimmt wurde im
Internet.
Laut Susanne Keuneke vom Verband der Marktkaufleute und
Schausteller, werden die Verantwortlichen dafür sorgen, dass
"die Jugendlichen den Freimarkt ordentlich wieder
verlassen". Denn trotz der Forderungen von SPD und CDU
wird der Ausschank so genannter "Alcopops" auf dem
Freimarkt nicht verboten. Die Preise bleiben stabil: Wie im
vorigen Jahr kostet eine Maß Bier stolze sieben, ein kleines
Pils zwei Euro. Um trotzdem auf die erwarteten 4 Millionen
Besucher zu kommen, locken die Schausteller mit
Sonderangeboten.
lb/FOTO: Joanna
Kosowska
taz Bremen Nr. 7487 vom 14.10.2004, Seite 21,
34 Zeilen (TAZ-Bericht), lb
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Platz auf der Bürgerweide, Pflaster neben das
Gerichtsgebäude, Geld für City und Stadtteile
Bremen taz
Über
einer prallen Tagesordnung brüteten gestern die
Baudeputierten unter dem Vorsitz von Bausenator Jens Eckhoff
(CDU). Beschlossen wurde unter anderem ein Bebauungsplan für
die Bürgerweide, der, so der SPD-Politiker Hermann Kleen, vor
allem die 100.000 Quadratmeter für den Freimarkt festschreibt
und den Bestand des Kulturzentrums Schlachthof sichert. Auch
die CDU begrüßte den neuen Plan. Gleichzeitig verlangten SPD
und CDU von Bau- und Wirtschaftsressorts ein entsprechendes
Verkehrskonzept. Erst dann soll das Gesamtpaket in Senat und
Parlament beschlosen werden.
Auf Betreiben der Grünen wurde in der gestrigen
Sitzung die Planung zur Ostertorstraße zwischen Domsheide und
Viertel zur Überarbeitung ans Bauressort zurückgegeben.
"Die ursprünglich geplante Hochpflasterung ist viel zu
teuer", so die Grüne Karin Krusche. Außerdem seien die
Fußwege zu schmal. Mit der Zentralbibliothek im alten
Polizeihaus müsste man an dieser Ecke aber in Zukunft mit
mehr Fußgängern rechnen.
Die Aufwertung der Ostertorstraße ist Teil des
Eckhoffschen Aktionsprogramms, dem die Baudeputation gestern
in Teilen ebenfalls zustimmte. Der Senat hatte für die Jahre
2004 und 2005 rund 25 Millionen Euro zugesagt, in der
Baudeputation aber waren die Mittel bislang nicht freigegeben
worden. Nun sollen mit einer ersten Tranche Vorhaben wie die
Marktplatz-Beleuchtung, Projekte im Stephanieviertel und in
der Bahnhofsvorstadt umgesetzt werden. Aber nicht nur die
City, auch die Stadtteile sollen profitieren: Die Belebung des
Sedanplatzes in Vegesack sowie ein Verkehrsleitsystem für
Bremen-Nord stehen ebenso auf dem Programm wie die
Neugestaltungen am Oslebshauser Bahnhof und am Huchtinger
Dorfplatz. "hey
taz Bremen Nr. 7380 vom 11.6.2004, Seite 21,
61 Zeilen (TAZ-Bericht), hey
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Aus dem Osten gekommen: Pathetisch wird
CDU-Landesgeschäftsführer Heiko Strohmann nur selten
Bremen taz
Die
meisten dächten gar nicht, dass er aus dem Osten komme, sagt
er. Und dass das wohl an der Sprache liege. Heiko Strohmann
spricht nämlich kein Sächsisch. Mitunter, erzählt der
Landesgeschäftsführer der Bremer CDU, werde er gefragt, ob
er aus Hamburg oder Lübeck komme. Nein, korrigiert er dann,
weder noch. Geboren ist er nämlich 1968 in Rostock.
Sein Abitur hat er noch machen dürfen, fürs
Studium galt er dem System aber als zu unzuverlässig.
Irgendwann habe er mal in seine Stasi-Akten geschaut und
festgestellt, dass er offenbar im Kreise von
Internatsschülern "Gesellschaftskritik" geübt
habe. "Aber, mein Gott, völlig harmlos", sagt er.
Aus Sicht der Staatssicherheit allerdings verdächtig genug,
um die Seefahrtsausbildung zu stornieren. "Die
befürchteten, dass ich die Gelegenheit nutzen würde",
vermutet Strohmann. Und fügt hinzu, dass sie damit so falsch
ja nicht gelegen hätten. Ressentiments klingen anders.
Kann er aber auch: Am unerbittlichsten klingt
Strohmann, wenn er erzählt, dass die Bremer SPD sich
"noch im Dezember 1989" um "freundschaftliche
Kontakte zur Rostocker SED bemüht" habe. Da schüttelt
er den Kopf, und sagt, dass ihm das "richtig
widerlich" erscheine. Milderts aber schnell
großkoalitionär ab, dass "die heutige SPD ja etwas ganz
anderes" sei.
Strohmann ist nach dem Abi Schausteller geworden,
"weil man da die größtmögliche Freiheit hatte".
Und ist im September 1989 ausgereist, über die Prager
Botschaft. Geflohen wäre vielleicht richtiger, aber das
klingt zu dramatisch, um zu ihm zu passen: Heiko Strohmann ist
ein eher ruhiger Mensch. Was strategische Vorteile bringt.
Keiner erklärt bei den Landesparteitagen sanfter als er,
warum ein redundanter Antrag besser nicht angenommen wird. Und
wenn er im Gespräch pathetisch wird - was selten vorkommt -
entschuldigt er sich vorab: Man müsse aufpassen, weil man da
leicht pathetisch werde. Aber der dritte Oktober sei "ein
Geschenk der Geschichte, dass wir wieder ein Volk und ein Land
sind." Und darum habe er die Debatte über den
Nationalfeiertag für "ehrlich gesagt: zum Kotzen"
befunden. "bes
taz Bremen Nr. 7509 vom 9.11.2004, Seite 26,
77 Zeilen (Portrait), bes
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Viel
Ärger, wenig Gewinn
Zeiten für
Schausteller sind nicht rosig / Kaum deutsche Saisonkräfte
Vom 13.08.2004
KIRN Damit heute Abend die Kirner Kerb pünktlich
starten kann, waren in den vergangenen Tagen viele Hände
notwendig, um die Karussells auf dem Festplatz aufzubauen.
Ein ganz schöner Stress. Und die Zeiten sind schlecht für
Schausteller.
Von
Klaus Pfrengle
"Viel Arbeit, viel Ärger, wenig Gewinn." Die
markigen Worte von Karussellbetreiber Manfred Becker aus
Kaiserslautern sagen eigentlich alles aus über den Beruf
eines Schaustellers in momentan schwierigen Zeiten.
"Der Chef ist heute nicht gut drauf", ist seine
Frau Brigitte sogleich bemüht, die eben in Rage getroffene
Aussage ein wenig zu dämpfen. Dennoch, das Geschäft auf
dem Rummel scheint zu stocken. Laut einer Umfrage auf dem
Kirmesgelände in Kirn stehen bei den meisten Aufwand und
Ertrag schon lange in keinem gesunden Verhältnis mehr.
Die Ursache ist überall die gleiche. Bei den
Festplatzbesuchern sitzt das Geld längst nicht mehr so
locker wie früher. "Das Geld ist bei vielen nun mal
äußerst knapp", wissen auch die Beckers.
Nichtsdestoweniger, die Unkosten für die Betreiber steigen
unaufhörlich, angefangen bei Versicherungen, Steuern,
Reparaturen über Standmiete bis hin zu den immens
gestiegenen Energiekosten. "Vom Personal ganz zu
schweigen", winkt die Chefin ab. Gute und flexible
Arbeiter finde man ohnehin selten, schon gar nicht mehr in
Deutschland.
Die Beckers beschäftigen für die Hauptgeschäftszeit
drei Saisonarbeiter aus dem Ausland. In diesem Jahr haben
drei Rumänen angeheuert. Die Verständigung während der
Arbeit klappt, wie beim zweitägigen Aufbau in Kirn zu
beobachten, reibungslos, wenn auch meist mit Händen und
Füßen. "Nach wenigen Wochen sitzen halt die immer
selben Handgriffe auch ohne viele Worte", erzählt der
16-jährige Sohn Enrico, der das Geschäft gerne einmal in
vierter Generation betreiben möchte. Obwohl die Vermittlung
der Aushilfskräfte stets über eine Agentur abgewickelt
werde, seien vor allem die vielen Formalitäten mit den
Behörden schon ein wenig nervenaufreibend, sagt er.
Die Beckers reisen mit ihrem noch recht neuen "Break-Dancer"
schon seit 1993 quer durch die Republik. Die Anschaffung
hatte seinerzeit die ganze Familie geschultert. Von März
bis Oktober sind sie, wen wundert´s, kaum zu Hause. Wie in
Schaustellerkreisen häufig üblich, ist der Zusammenhalt
untereinander groß. Auch die Verwandtschaft packt
regelmäßig mit an. Es braucht wohl keiner Erklärung, dass
der Fortbestand des Unternehmens ohne den Familiencharakter
wohl kaum möglich wäre.
Übrigens, in Kirn schlagen sie gerne ihr Lager auf.
"Dort klappt wenigstens alles reibungslos", freut
sich Brigitte Becker beim Gang in die Frühstückspause.
Während des Trubels sitzt sie meist an der Kasse, bedient
das Mikrofon und verkauft Tickets. Die Fahrt kostet wie im
Vorjahr zwei Euro. Ob die Kerb das erhoffte Geschäft
bringt, wird sich spätestens mit Beginn des
zwölfstündigen Abbaus in der Nacht zum Montag zeigen.
Vielleicht ist dann auch die Laune des Chefs eine bessere.
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Einmaleins
unterm Riesenrad
Während die anderen die Herbstferien
genießen, büffeln Schausteller-Kinder Englisch, Chemie und
Deutsch
Von Carola Lauterbach
Ihr seid noch nicht dran, rufen Kelly, Anne, Florian und Franz
wie aus einem Munde. „Wollten ja nur mal fragen“,
antworten die beiden hochgeschossenen Jungs knapp. „Halb
eins, Seppl, wie es draußen dran steht“, sagt Thomas Carl.
„Und du, Tony, halb zwölf. Legt euch nochmal schlafen.“
Es ist kurz nach 10 Uhr, und der erste Schichtwechsel im
Schulwagen unterm Riesenrad wird fällig. Seit um neun haben
Linda, Marie, Kelly und Julia englische Sätze gebildet, die
kleine Anne hatte Deutsch. Anschließend werden Franz und
Jacky üben, ihr Heimatdorf auf Englisch vorzustellen,
während Florian schweren Herzens ein Exzerpt über
Entstehung, Zusammensetzung und Vorkommen von Kohle macht.
Chemie! Alles andere wäre dem Neuntklässler tausendmal
lieber, aber eben weil er mit dem Fach bissel auf Kriegsfuß
steht, muss er ja ‘ran.
Was läuft hier eigentlich? Warum Unterricht in einem engen
Campingwagen? Warum auf der Dresdner Vogelwiese? Und warum
überhaupt jetzt, wo sich doch gerade alle sächsischen
Schüler ihrer wohlverdienten Herbstferien erfreuen?
Was sich hier abspielt, ist gewissermaßen eine
Errungenschaft. Die es in vielen anderen Bundesländern
allerdings längst gibt: die schulische Förderung von
Kindern, deren Eltern als Schausteller heute hier, morgen dort
sind. Während die Kinder in der so genannten reisefreien Zeit
ihrer Eltern die Heimatschule besuchen, sind sie in der
Reisezeit jeweils vor Ort in Schulen angemeldet. Manchmal sind
sie nur drei Tage da. Immer die Neuen. Das aber ist cool,
sagen Florian und Franz und Kelly. So im Mittelpunkt zu
stehen.
Doch wie sie mit dem Unterrichtsstoff klar kommen sollen,
wissen sie oftmals nicht. Sie kennen den Begriff
Bildungsföderalismus nicht, doch wie er sich auswirkt, weiß
niemand so gut wie diese Sechs- bis Sechzehnjährigen – und
deren Mütter und Väter. Während in einem Bundesland Chemie
in Klasse sieben unterrichtet wird, gibt es das Fach woanders
erst ab der achten. Doch auch innerhalb eines Bundeslandes ist
eben alles sehr verschieden. Keine einheitlichen Lehrbücher.
„Schlimmer“, sagt Franziska Borowsky, „die eine Schule
fängt das Buch von vorne an, die andere von hinten. Und:
Unsere Kinder bekommen viel zu wenige Zensuren“. Die Mutter
von Franz, der eben im Schulwagen auf Englisch den schönen
neuen Sportplatz in seinem Dorf rühmt, gehört zu jenen
Schausteller-Eltern, die um besagte Errungenschaft gekämpft
haben. Dass sich jemand ihrer Kinder annimmt, sie individuell
fördert, den Kontakt zu den Heimatschulen und den Schulen vor
Ort hält und somit hilft, dass diese Kinder eine weitgehend
geregelte Schulzeit durchlaufen können. Man ahnt, dass das
kein leichtes Unterfangen ist. 56 Schaustellerkinder sind
derzeit in Sachsen im schulpflichtigen Alter.
Genau vor einem Jahr endlich gelang es den besorgten Eltern,
sich Gehör beim Kultusminister zu verschaffen. „Wir hatten
das Gefühl, da ist mal einer, der unsere Probleme
nachvollziehen kann“, sagt Frau Borowsky. Im März 2004
schrieb das Ministerium eine Lehrerstelle aus. Die drei
Schaustellervereine Dresden, Leipzig, Chemnitz gründeten zwei
Monate später den Schulförderverein „Schulbildung von
Schaustellerkindern in Sachsen e. V.“ und schafften als
erste Vereinshandlung den Campingwagen als Schulwagen für 10
000 Euro an. Seit Beginn des Schuljahres 2004/2005 ist Thomas
Carl, Mittelschullehrer für die Fächer Deutsch, Geschichte,
Ethik, als „mobile Bereichslehrkraft“ gewissermaßen
Sachsens „Zirkuslehrer“. Was aber nur bedingt stimmt. Denn
hier gastierende Zirkusse oder auch die Binnenschiffer haben
noch keinen Gebrauch von der Institution mobile Lehrkraft
gemacht.
Die zwei „Engländer“ und der „Chemiker“ haben
Unterrichtsschluss. Die fünf Mädchen melden ihrem Lehrer
freudestrahlend, dass ihr selbst gebastelter Drachen
tatsächlich steigt. Dass sie trotz Herbstferien aber auch
Schule haben, macht ihnen nichts aus. „Wir wollen doch was
lernen“, sagt Kelly. Niemand kichert. Sie meinen das ernst.
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Engagiert
für Unicef: Der ewige Schausteller Eisermann

Die Großmutter war Dorit Paaselli, das
"Elastikwunder". Der Urgroßvater war
"Maxe" Schmidt, Zirkusunternehmer, Bärendompteur
und der "stärkste Mann der Welt". Auch seine Eltern
verdienten als Schausteller ihren Lebensunterhalt. Der Sohn
musste wegen des unsteten Lebens zig-mal die Schule wechseln.
Aus dem Jungen wurde, wie zu lesen, zu sehen und zu hören
ist, aber doch was."Auch ich bin ein Schausteller. Egal,
wo man aufwächst, man wird immer geprägt von seiner Umwelt.
Wäre ich also in China geboren worden, würde ich chinesisch
reden. Ich komme aber aus dem Jahrmarktsmilieu, und daraus
stammt nun mal alles, was kulturell von Bedeutung war und
ist", sagt der Schauspieler André Eisermann, der in den
kommenden Wochen zwei Mal live präsent sein wird in Leipzig:
Am kommenden Sonntag nimmt er als Stargast des traditionellen
Unicef-Konzerts, gemeinsam getragen von Gewandhaus, der
Verbundnetz Gas AG und unserer Zeitung, einen Spendenscheck
über 50 000 Euro für das UN-Kinderhilfswerk entgegen.Und am
16. Dezember ist Eisermann mit seiner
"Werther-Performance" nach Goethe im Schauspielhaus
zu Gast und will nach diesem Event eigenhändig für Not
leidende Kinder Geld sammeln.Eisermann weiß, warum er das
tut. Da sein, also das fahrende Volk, vom Aussterben bedroht
ist, ist sein Engagement für die gequälten Kinder der Welt
keine Geste, sondern Überzeugungssache. Eisermann, der, wie
er selbst sagt, einer "fast ohne Schulbildung" ist,
setzt sich für hiesige Bildungsprojekte ein, unterstützt
Kinder von Schaustellern, um ihnen das Lernen zu finanzieren,
engagiert sich auch für Unicef und für Kinder in großer
Not, etwa im Sudan oder auch in Sierra Leone. Dafür spendet
der Star sogar seine Gage.André Eisermann ist sich der
Verantwortung, ein Mann des öffentlichen Lebens zu sein,
bewusst. Und er ist überzeugt, dass das Elend der Welt
unserer hiesigen Wohlstandsgesellschaft "einfach nicht
mehr in den Kopf passe". Erst vorgestern war er im
Berliner Einkaufstempel KaDeWe. Ihm seien die Augen über
gegangen, wie gut es den Leuten gehe: "Die sitzen da rum
und futtern Langusten und Austern in Knoblauchsoße. Und da
klagen diese Leute in diesem Land über Hartz IV und über
einen Bundeskanzler, der gesagt hat, nein, meine Soldaten
gehen nicht in den Irak?" Eisermann weiß auch von
"guten Bekannten", die schon seit Jahren vom
Sozialamt leben. Regelmäßig komme jemand in die Wohnung
seiner Tante und schaue, was denn gebraucht werde:
"Vielleicht eine neue Waschmaschine?" Der
Schausteller, nun vollends in Empörung geraten:"Nein,
ich mag es nicht, wenn bei uns gejammert wird angesichts
dessen, was in der Welt, beispielsweise im Irak, los
ist."Demnächst stellt Eisermann wie gesagt in Leipzig
Goethes "Die Leiden des jungen Werther" zur Schau.
Auch dieser Figur liefert er sich aus wie schon, in einer
seiner ganz großen Rollen, dem Kaspar Hauser. 30 Bücher
hatte er über den größten Kriminalfall des 19. Jahrhunderts
gelesen, vom jetzigen Leben hatte er sich zurückgezogen, nur
um dieses Gefühl von damals zu empfinden. Eisermann hat
mithin Hauser als Mensch erfahren und weiß zu 99 Prozent,
dass er der Erbprinz von Baden, also ein Opfer politischer
Intrigen war - so wie es für den Schauspieler die Kinder im
Sudan, in Sierra Leone jetzt auch wieder sind. "So
einfach ist es, den Bogen zu spannen", sagt er.Werther
also. Der klassische Stoff ist für ihn "beste
Popkultur". Er schlägt dem Publikum den alten Goethe um
die Ohren. Spätestens im zweiten Teil hebe er immer ab, der
Stoff rase mit, in ihm, er schmeiße sich rein ins volle
Liebesleid, sei dabei mit den Nerven oft am Ende - um
danachwieder ganz der André zu sein und zum Ursprung seiner
Kultur zurück zu finden. Dort, auf Jahrmärkten, fühlt der
sich immer noch zu Hause. Dort fährt er noch immer
Autoscooter und wirft noch immer mit Stoffbällen auf
Büchsen."Ich hoffe nur, dass uns diese Kultur nicht
verloren geht. Leider haben die jungen Leute, die früher
Autoscooter gefahren sind, heute Handy-Schulden. Und ihre
arbeitslosen Eltern haben kein Geld, um auf dem Rummelplatz
für sieben Euro in die Achterbahn zu steigen."
Thomas Mayer
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Aurich:
Geplant: Mobiler Freizeitpark
Schausteller haben aber noch mehr Ideen
für Aurich und Umgebung
rob Aurich. Um Visionen sind die
ostfriesischen Schausteller nicht verlegen. Ideen und Pläne
werden stets umgehend in die Praxis umgesetzt. Am Mittwoch zog
Schausteller-Chef Karl-Heinz Langenscheidt ein neues As aus
dem Ärmel: Im nächsten Jahr wollen er und seine Kollegen auf
dem Mehrzweckgelände in Aurich-Tannenhausen ein „Volksfest
der Superlative“ organisieren - ein Spektakel in der
Größenordnung des Leeraner Gallimarktes und mit Beschickern
aus dem gesamten Bundesgebiet.
„Wir sollten so etwas in unserer Region ruhig einmal wagen“,
sagte Langenscheidt am Mittwoch in einem Pressegespräch.
Angepeilt werde der Monat August, um auch die Touristen von
der Küste anzulocken. Ohnehin sehen die Schausteller ein
großes Einzugsgebiet. Besucher würden bei solch einem
Ereignis aus dem Emsland, dem Oldenburger Raum und aus den
benachbarten Niederlanden kommen, ist Langenscheidt
überzeugt.
l Dieses Volksfest könnte Vorläufer für eine weitere Idee
der Schausteller sein: ein mobiler Freizeitpark mit einer
Standzeit von mindestens zwei Monaten - in welcher
ostfriesischer Stadt ist noch ungewiss. „Um ein solches Ding
auf die Beine zu stellen, benötigen wir das Management
geschulter Leute“, ist sich Karl-Heinz Langenscheidt
bewusst. Es müsse aber dringend etwas passieren, um
konkurrenzfähig zu bleiben.
Die Konjunktur habe auch im Schaustellergewerbe ihre Spuren
hinterlassen. „Es sieht nicht rosig aus“, so
Langenscheidt. Nachdem sich gerade bei den jüngeren Leuten
das Handy etabliert habe, würden Kontakte und Bekanntschaften
zunehmend über SMS geknüpft und nicht mehr wie früher auf
den traditionellen Volksfesten. Mit neuen Highlights müsse
diesem Trend verstärkt entgegengewirkt werden.
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Ex-Spreepark-Betreiber Witte hat eine lange
Karriere von Gesetzesübertretungen hinter sich. Die letzte -
er schmuggelte 167 Kilo Kokain - machte ihn krank. Er muss
jetzt sieben Jahre ins Gefängnis
VON KIRSTEN KÜPPERS
Es hätten 15 Jahre werden können. Norbert
Witte hat nicht die Höchststrafe bekommen. Er muss jetzt 7
Jahre ins Gefängnis, und vielleicht lassen sie ihn sogar noch
früher gehen. Sieben Jahre, das ist kürzer, als alle gedacht
haben. Das ist nicht viel für 211 Päckchen Rauschgift,
versteckt in einem Karussell. Das ist wenig für einen, der
versucht hat in seinem "Fliegenden Teppich" 167
Kilogramm Kokain von Peru nach Deutschland zu schmuggeln (die
taz berichtete). Aber vielleicht steckt in den sieben
Jahren auch ein Stück Wahrheit. Die Feststellung des Berliner
Landgerichts, dass der 49-jährige Norbert Witte keinesfalls
ein so professioneller Krimineller ist, wie er selbst
bisweilen geglaubt hat. Die Gewissheit, dass der blasse Mann
vorne auf der Anklagebank längst zu schwach ist für jede
weitere Form der illegalen Beschäftigung.
Dabei kennt Norbert Witte alle Etagen des
Geschäfts. Die Sache mit dem Kokain schloss eine lange
Karriere von Gesetzesübertretungen ab, die mit kleineren
Verkehrsdelikten, Urkundenfälschungen und fahrlässigen
Körperverletzungen begonnen hatte, die mit
Versicherungsbetrügereien und Brandstiftungsversuchen ihren
Lauf nahm, und an deren Ende nun ein Berg Schulden und ein
zertrümmertes Schaustellerleben liegen.
Die Vergehen auf dem Weg waren zahlreich. Im Jahr
1982 wurde Norbert Witte wegen fahrlässiger Tötung zu einer
Bewährungsstrafe verurteilt. Auf der Hamburger Kirmes war
Witte mit einem Kran beim Reparieren seines Karussells in ein
benachbartes Fahrgeschäft gefallen. Bei vollem Betrieb.
Sieben Menschen starben. Hinterher stellte sich heraus, dass
Wittes Kran weder angemeldet noch versichert gewesen war.
Als Norbert Witte das Berliner
Vergnügungsgelände "Spreepark" übernahm, ergaben
sich andere Probleme. Der Park machte Verluste. Witte stritt
sich mit dem Land Berlin um Parkplätze und Baugenehmigungen;
die Leasinggebühren für die Achterbahnen und Karussells an
die Leasingfirma zahlte er nicht. Im Herbst 2001 drohte die
Pleite des Vergnügungsparks. Witte floh mit seiner Familie
nach Peru. Sechs Fahrgeschäfte, darunter der "Fliegende
Teppich" und eine Geisterbahn, nahm er mit. In Berlin
hatten sich Schulden von mehr als 13 Millionen Euro
angehäuft. Ein Verfahren wegen Konkursverschleppung läuft
noch heute.
In Peru wollte Norbert Witte neu anfangen. Es
lief nicht so wie geplant. Auf einmal bekam Witte in Lima ein
Geschäft angeboten. Im hohlen Stahlmast des "Fliegenden
Teppichs" könnte man Kokain schmuggeln, so die Idee. In
Peru gibt es Rauschgift von bester Qualität. In Deutschland
sollte das Kilo für 25.000 Euro verkauft werden. Witte sollte
700.000 Dollar für den Schmuggel erhalten. Er willigte ein.
Aber Witte ist Schausteller von Beruf. Er hatte
nicht das Zeug zum Drogenschmuggler. Seine Nerven und sein
Herz machten nicht mit. Er wurde immer nervöser, das Herz
flatterte, Witte erlitt mehrere leichte und schwere
Schlaganfälle. Der Gesundheitszustand verschlechterte sich,
je näher das Datum für den Transport nach Deutschland
rückte. Irgendwann erzählte Witte seinem Sohn Marcel von dem
Kokain. Er hat seinen Sohn in die Sache mit reingezogen.
Als das Versteck im "Fliegenden
Teppich" dann aufflog, weil sich unter Wittes Komplizen
ein verdeckter Ermittler der peruanischen Drogenfahndung
befunden hatte, war Norbert Witte längst ein schwer kranker
Mann. Bei der Razzia im Hafen von Lima am 5. November
vergangenen Jahres wurden sechs Männer festgenommen, darunter
auch Wittes 23-jähriger Sohn Marcel, der bis heute in einem
peruanischen Gefängnis auf seine Gerichtsverhandlung wartet.
Witte selbst wurde einen Tag später in Berlin
geschnappt. Die Zeit der Untersuchungshaft verbrachte er
geschwächt und schwer atmend in einem Bett im
Haftkrankenhaus. Die Ärzte sagen, dass er nicht mehr viele
Jahre zu leben hat.
Vor allem aus diesem Grund hat das Gericht keine
höhere Strafe verhängt. "Es muss eine Lebensperspektive
in Freiheit möglich sein", erklärte die Richterin. Das
Urteil wurde am Mittwoch verkündet. Hinterher stand der
Angeklagte auf, trippelte nach vorne, verabschiedete sich
leise von der Richterin. Sein Anwalt erklärte später auf dem
Gerichtsflur. "Ja, eigentlich ist Herr Witte ein
freundlicher Mensch."
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Ex-Domherr
Leopold und die Posse um ein Riesenrad
Berlin: Projekt steht vor dem Aus - wegen
der Vergangenheit des 62jährigen
Hamburgs ehemaliger Domherr Eberhard Leopold
(62) hat ein Riesenprojekt in Berlin ins Trudeln gebracht. Der
62jährige, der 1999 in einem aufsehenerregenden Prozeß wegen
Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden
war, will als Geschäftsführer der "World Wheel Berlin
Holding GmbH" am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg das mit
175 Metern größte Riesenrad der Welt bauen: 60,5 Millionen
Euro teuer, Gondeln "groß wie Häuser" und "40
Minuten Flugzeit".
Als in Berlin die Vergangenheit des "schönen Ebi" -
so wurde der ehemalige Oberregierungsrat auf dem Dom genannt -
bekannt wurde, überschlugen sich die Ereignisse. Am Mittwoch
wurde der PR-Berater des Projektes, Dirk Nishen, ohne Angabe
von Gründen entlassen. Nishen hatte nach Angaben des
zuständigen Berliner Senatsamtes für Stadtentwicklung die
Verhandlungen geführt.
Das Berliner Amt bewertet das plötzliche Bekanntwerden von
Leopolds Vergangenheit als "nicht unbedingt
förderlich", sagte Sprecherin Manuela Damianakis.
Leopold erklärte dem Abendblatt, daß in der kommende Woche
die Gesellschafterversammlung über "personelle
Konsequenzen" beraten werde.
In Hamburg hat die Posse um den Mann, der 15 Jahre lang das
Domreferat geleitet hatte, "ein Schmunzeln"
ausgelöst. So sagte Bernd Simon (54), Vizepräsident des
Landesverbandes des Ambulanten Gewerbes: "Die Berliner
waren wahrscheinlich blauäugig". Simon betont jedoch,
wie hoch die "schaustellerische - nicht die kaumännische
- Fachkompetenz" Leopolds sei.
In einem Zivilprozeß, der vor dem Oberlandesgericht beginnen
soll, wollen die Schausteller die veruntreute Summe von damals
einklagen. "Das sind heute 180 000 Euro", so Simon. reba
erschienen am 26. November 2004 in Hamburg
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Karussell-Unfall:
Auflagen missachtet
Elmshorn/Itzehoe - Als
es vor einer Woche zum schweren Karussel-Unfall auf dem
Rummelplatz während der Elmshorner Flora-Woche kam, hatte der
Betreiber des Fahrgeschäfts behördliche Auflagen nicht
erfüllt. Das hat am Freitag Oberstaatsanwalt Wolfgang Zepter
von der Staatsanwaltschaft Itzehoe erklärt. Zepter nahm dabei
Bezug auf ein Gutachten eines Sachverständigen. Der
Oberstaatsanwalt betonte gleichzeitig, dass die
Nicht-Erfüllung der Auflage nicht bedeuten müsse, dass der
schwere Unfall vom 28. August darauf zurückzuführen sei.
Am genannten Tag war gegen 23.40 Uhr ein Mann (35) aus Heist,
wie berichtet, während der Fahrt aus dem "Space
Wave" geschleudert worden. Der Betreiber der
"Welle", Karl Weihs (46) aus Lunden/Kreis
Dithmarschen, hatte - auch im Gespräch mit der PZ - alle
Schuld von sich gewiesen. Das Unfallopfer, das zunächst in
Lebensgefahr geschwebt hatte, soll sich laut Weihs unter dem
Sicherungsbügel hindurchgewunden haben. Der Schausteller
hatte weiter gesagt, nach einem Unfall mit drei
Schwerverletzten auf dem Rummel in Heide (18. August) sei das
Karussell auf Anweisung der Behörden mit einer
Zusatzsicherung nachgerüstet worden.
Dieser Aussage widerspricht die Staatsanwaltschaft. Die
Auflage des Kreises Dithmarschen ("unter Anordnung der
sofortigen Vollziehung") "durch den Einbau von
Sicherheitstechnik sicherzustellen, dass ein Anfahren des
Fahrgeschäfts bei offenen Sicherheitsbügeln nicht möglich
ist", sei nicht erfüllt worden. Die Ermittlungen wegen
des Elmshorner Vorfalls gehen weiter. Denn, so Zepter, der
Unfall "kann auch auf anderen Umständen beruhen". bos
erschienen am 4. September 2004 in Pinneberg
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Erneut
schwerer Sturz aus dem "SpaceWave"
Bei der Flora-Woche stürzte am
Freitag ein Mann aus der "Welle" - nur sechs
Wochen nach dem Unglück mit demselben Fahrgeschäft
in Heide
Von Manfred Augener, Bernd-Olaf Struppek
Elmshorn - Es
war die letzte Fahrt am Freitagabend, erinnert sich
Schausteller Karl Weihs (46). Im "Space
Wave" auf dem Elmshorner Rummel am Buttermarkt
saßen noch zehn Kirmesbesucher, die sich gegen 23.40
Uhr den Nervenkitzel der Fahrt nicht entgehen lassen
wollten. "Plötzlich sahen wir, dass der Mann in
etwa vier Metern Höhe unter dem Sicherungsbügel
hervorkroch", so die Version des Betreibers.
"Warum der das gemacht hat, wissen wir auch
nicht. Der wollte sich wohl wichtig machen".
Ein Griff zum Not-Aus-Schalter konnte das Unglück
nicht mehr verhindern: Der Fahrgast (35) aus Heist
stürzte hinab, fiel auf ein Metallgeländer und von
dort zu Boden. Offizielle Bilanz des
lebensgefährlichen Sturzes aus vier Metern Höhe:
offene Knochenbrüche, starke Kopfverletzungen,
Prellungen. Der 35-Jährige kam sofort ins Elmshorner
Klinikum. "Wir haben keine Schuld", beteuert
Weihs, "bei uns war technisch alles in
Ordnung".
Die Elmshorner Polizei hat an dieser Darstellung
allerdings Zweifel. Ein Ordnungshüter erklärte, als
Ursache für den Unfall kämen menschliches Versagen
ebenso wie Leichtsinn oder ein technischer Defekt in
Frage. Deshalb habe man bis zur weiteren Klärung des
Unglücks in Absprache mit dem Ordnungsamt das
Fahrgeschäft stillgelegt. Das Unfallopfer konnte
wegen seines schlechten Gesundheitszustandes noch
nicht vernommen werden, dem Mann wurde laut Polizei
jedoch eine Blutprobe entnommen. "Es geht ihm
richtig schlecht", so die Polizei. Ärzte hätten
die Verletzungen des Mannes aus Heist als
"lebensbedrohlich" bezeichnet.
"SpaceWave"-Eigentümer Weihs weist auf den
vermeintlich hohen Sicherheitsstandard bei seinem
Fahrgeschäft nicht ohne Grund hin. Erst vor knapp
sechs Wochen waren bei einem schweren Unglück mit der
"SpaceWave" beim Sommer-Jahrmarkt in Heide
drei Menschen schwer verletzt worden (das Abendblatt
berichtete). Ein Mitarbeiter des Fahrgeschäftes hatte
dort nach einem kurzen Halt die Sicherheitsbügel von
elf der 22 Gondeln geöffnet - in diesem Moment
startete der Mann im Kassenhäuschen eine Extrarunde
ohne Ankündigung. Beim Sturz aus dem Karussell wurden
ein 36-Jähriger sowie seine 15 Jahre alte Tochter und
eine weitere 13-Jährige schwer verletzt.
Nach dem neuerlichen Unglück hat ein Vertreter des
Technischen Überwachungsvereins (TÜV) das
Fahrgeschäft begutachtet. "Das war aber ein
Autofachmann", grantelt Weihs. Der kenne sich mit
Karussells gar nicht richtig aus. Wie dem auch sei -
die Flora-Woche in Elmshorn musste sich Weihs
"abschminken, wir bauen ab", sagt er. Den
Umsatzverlust allein für den Sonnabend schätzt er
auf rund 5000 Euro.
Einer Nachprüfung des TÜV sieht Karl Weihs gelassen
entgegen. "An den Sicherungsbügeln kann es nicht
liegen." Die seien nach dem Unglück von Heide
sofort nachgerüstet worden: Sobald die Bügel
aufgehen, werde die Stromzufuhr unterbrochen - das
Karussell könne gar nicht weiterfahren. Außerdem
könne ein einzelner Bügel nicht allein aufgehen.
Wenn, dann wären die Bügel aller elf Plätze der
Sitzgruppe aufgegangen. Das sei nicht passiert, ist
Weihs sicher. "Der hat sich da rausgewunden wie
ein Aal."
Laut Polizeiangaben hat der Betreiber bestimmte
Auflagen jedoch nicht erfüllt. Ob dies beim Unfall am
Freitag eine Rolle spielte, müsse noch geklärt
werden, hieß es.
Weihs hatte bei der Versorgung des Unfallopfers nach
eigenen Angaben den Eindruck, dass Alkohol im Spiel
war. Der 35-Jährige, erinnert er sich, sei bereits
vorher einmal abgewiesen worden. Einen Imageschaden
für die 1997 erbaute "Welle" fürchtet
Schausteller Weihs nicht. Nächste Station für sein
Fahrgeschäft ist Flensburg - wenn der TÜV grünes
Licht gibt.
erschienen am 30. August 2004 in Pinneberg
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Leserbriefe
An das Hamburger Abendblatt,
Brieffach 2110, 20350 Hamburg
E-Mail: briefe@abendblatt.de
Keine Fachprüfer
"Erneut schwerer Sturz aus dem ,SpaceWave'", PZ
vom 30. August
Gestatten Sie mir bitte, dass ich auf Grund meiner früheren
Tätigkeit zu dem Thema einmal Stellung nehme.
Dass Hauptproblem ist offensichtlich, dass es wohl keine
unmittelbare Fachkraft für Fahrgeschäfte gibt. Denn es
stimmt schon nachdenklich, wenn die Pinneberger Zeitung
berichtet, dass ein Kfz-Prüfingenieur das Fahrgeschäft in
Heide abgenommen hat.
Vor meiner Tätigkeit als Fahrlehrer war ich als Mitarbeiter
eines Ordnungsamtes auch für die Abnahme von Fahrgeschäften
zuständig. Bezeichnenderweise erfolgten diese Abnahmen in
Zusammenarbeit mit einem Bauingenieur der Bauaufsicht. Diese
gestanden mir ehrlich, dass sie von Fahrgeschäften keine
Ahnung hätten. Da zur Abnahme auch eine Probefahrt gehörte,
war diese Tätigkeit sicherlich nicht für jeden geeignet.
Selbst als Abnahmen nicht mehr zu meinem Aufgabengebiet
gehörten, wurde ich noch von den Bauprüfern angefordert, um
mit mir die Fahrgeschäfte abzunehmen.
Bei dem in Deutschland anzutreffenden Bürokratismus
verwundert es mich, dass es offensichtlich bis heute noch
keine speziell ausgebildeten Fachkräfte gibt, die sich mit
der Technik und Sicherheit der Fahrgeschäfte auskennen. Was
ist zum Beispiel mit arbeitslosen Maschinenbautechnikern bzw.
-ingenieuren. Kann man diese nicht durch eine
Fortbildungsmaßnahme zu entsprechenden Fachkräften
umschulen?
Abschließend möchte ich betonen, dass die Schausteller bei
den Abnahmen immer sehr kooperativ waren und Auflagen sofort
erfüllt haben. Ich glaube nicht, dass man hier den
Schaustellern massive Vorwürfe machen sollte.
Hartmut Daniel
Marie-Juchacz-Straße 10
25337 Elmshorn
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Pressemitteilungen
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GROSSKUNDGEBUNG
Innenminister Beckstein sprach vor Vertretern
der bayerischen Marktkaufleute und
Schausteller
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Hofs
Marktkonzept findet Nachahmer
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| VON
JAN FISCHER |
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170
Schausteller und Marktkaufleute aus ganz
Bayern haben drei Tage in Hof getagt. Eine Großkundgebung
im Theater war gestern der Höhepunkt ihrer
Landesdelegierten-Konferenz. Dabei trug der Präsident
des Landesverbands die Sorgen und Nöte seiner
Branche vor, die Antworten gab es aus erster
Hand: von Bayerns Innenminister Dr. Günther
Beckstein. Neben allgemeinen Themen kam auch
das „Hofer Modell“ für Wochen- und Jahrmärkte
zur Sprache – andere Städte wollen sich
daran ein Beispiel nehmen.
|
FOTOS:
J. F. |
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HOF
– Viele Eindrücke nahmen die Delegierten
von der Tagung des Bayerischen Landesverbands
der Marktkaufleute und der Schausteller mit
nach Hause. Und auch Ideen: Marktreferent
Franz Pischel stellte gestern Vormittag dar,
wie es gelungen ist, den Hofer Weihnachtsmarkt
und die Wochenmärkte wieder zu beleben. Für
das Konzept der „Events“ und Themenmärkte
gab es Lob von höchster Stelle: „Das Hofer
Beispiel wird richtungsweisend für die
Zukunft der Marktkaufleute sein“, sagte der
wieder gewählte Präsident Wenzel Bradac im
Gespräch mit unserer Zeitung. Und wie zu hören
war, wollen andere bayerische Städte wie
Augsburg, Bamberg und Bayreuth nun auch ihre Märkte
zu besonderen Veranstaltungen machen. „Sie müssen
aber erst Idealisten finden“, sagte Max
Hertel, Vorsitzender der Bezirksgruppe Hof.
Hertel
zog schon vor der Großkundgebung und dem
Abschlussball im Festsaal der Freiheitshalle
gestern Abend eine positive Bilanz der Tagung,
die erstmals seit 1960 wieder in Hof
stattfand. Die Delegierten hätten begriffen,
dass man in Zukunft ein „Kaufhaus der
besonderen Art unter freiem Himmel“ schaffen
müsse. Dieses Ziel sei nur in der Einigkeit
aller Marktkaufleute zu erreichen. Die
Organisation der Tagung habe bestens geklappt,
sagte Hertel. 20 Helfer vor Ort hätten für
reibungslosen Ablauf gesorgt.
Zu
Beginn der Großkundgebung gestern Nachmittag
im Saal des Theaters wies Oberbürgermeister
Dieter Döhla auf eine Entwicklung der
modernen Zeit hin: „Märkte werden immer
mehr zu Unterhaltungs-Veranstaltungen.“ Dem
habe Hof Rechnung getragen. Das Ergebnis:
„Der Weihnachtsmarkt in unserer Stadt ist
heute so schön, wie er wahrscheinlich nie
zuvor war.“ Und die Themenmärkte, die sich
in der Folge entwickelt hätten, kämen
bestens an. Dies alles dank des Engagements
der Bürger.
„Wenn
es uns gelingt, ein Lebensgefühl zu
transportieren, das aus jedem Besuch eines
Marktes ein Erlebnis macht, dann können wir
uns profilieren“ – so umschrieb Döhla die
Philosophie der Markt-Aktiven. Die Fieranten
und Geschäftsleute vor Ort hätten erkannt,
dass ein Markt keine Konkurrenz darstelle,
sondern eine Möglichkeit sei, zusätzliche
Kunden in die Stadt zu locken Was dann folgte,
waren – wie es sich für eine Großkundgebung
gehört – klare Worte. Präsident Bradac
brachte in seiner rund 45-minütigen Rede
Probleme und Forderungen vor. Die Gegenrede
von Innenminister Beckstein folgte auf dem Fuße
– in gleicher Länge und Ausführlichkeit.
Die rund 250 Gäste im Saal des Theaters, zu
denen auch der Präsident des Bundesverbands
gehörte, unterbrachen die Ansprachen immer
wieder mit Beifall. Als der Minister seine
Rede mit dem Ratschlag „G‘scheit arbeiten,
g‘scheit feiern“ beendete, erhoben sich
die Besucher von ihren Plätzen und
applaudierten begeistert. Als Dank für seinen
Besuch bei der Konferenz – der schon vor
zwei Jahren geplant war, damals aber nicht
zustande kam – erhielt Beckstein ein
Spielkarussell.
Eine
Reihe von Themen, die den Markthändlern und
Schaustellern auf den Nägeln brennen, brachte
Präsident Bradac vor; Minister Beckstein
notierte eifrig mit und antwortete Punkt für
Punkt. Bradac wandte sich gegen Eingriffe in
Feste und Märkte aufgrund von
Sicherheitsbedenken. Komme es gar zur Absage
eines Festes, entstünden der Branche Schäden
in Millionenhöhe.
——————
„Kaufhaus
der besonderen Art unter freiem Himmel“
Max
Hertel, Bezirksstelle Hof
——————
Beckstein
erinnerte daran, dass das Oktoberfest 2001
kurz nach den Terroranschlägen in den USA über
die Bühne gegangen sei. Dies solle auch in
Zukunft der Maßstab sein: „Wir sollten‘s
nicht übertreiben.“ Vielmehr seien doch
Feste dazu da, Menschen von den Problemen des
Alltags abzulenken.
Sorgen
bereitet Bradac auch die EU-Osterweiterung.
„Die neuen EU-Bürger sehen die Märkte –
gerade in Bayern – als eine
Einnahmequelle“, sagte er und warnte vor
einer „Flut, die unübersehbar sein wird“.
Die Qualität der Waren und der Fahrgeschäfte
könnte leiden, so seine Befürchtung. Der
Innenminister kündigte hier eine Verschärfung
der Kontrollen an: Auch Anbieter aus anderen Ländern
müssten die Gesetze einhalten. „Deshalb
werden wir auch die Grenzkontrollen nicht
abschaffen.“
Das
Akkordeon-Ensemble der Musikschule der Hofer
Symphoniker hatte die Kundgebung eingeleitet
und das Warten auf den Minister verkürzt, der
direkt von der CSU-Klausurtagung in Wildbad
Kreuth kam. Für das Akkordeonquintett gilt
auch ein Motto, das die Marktkaufleute und
Schausteller als wichtiges Zulassungskriterium
für Feste und Märkte hochhalten wollen:
„Bekannt und bewährt.“
Rede
und Gegenrede im Theater: Präsident Bradac
brachte die Sorgen und Nöte der Branche vor,
Innenminister Beckstein antwortete ihm ausführlich.
Vom Publikum gab‘s dafür stehende
Ovationen.
Vor
der Fahne der „Außenstelle Hof“ (von
links): Organisator Max Hertel, OB Dieter Döhla,
Innenminister Günther Beckstein und
Landesverbands-Präsident Wenzel Bradac
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KONFERENZ
DER
MARKTKAUFLEUTE UND SCHAUSTELLER
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Schausteller
sind wichtiger Wirtschaftsfaktor für jede
Stadt „Hofer Modell“ zeigt, wie Märkte
funktionieren
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Die
Mitglieder des Präsidiums des
Landesverbandes, Vizepräsident Eduard Wentzl,
Präsident Wenzel Bradac und Ehrenpräsident
Horst Rennebaum (von links) anerkennen und
unterstützen die erfolgreiche Arbeit der
Hofer Mitglieder unter Vorsitz von Max Hertel
und von Markt Aktiv.
Foto: -kst
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HOF
– Zu ihrer 34. Konferenz halten sich die
Landesdelegierten des Bayerischen
Landesverbands der Marktkaufleute und
Schausteller, der in 16 Mitgliedsverbänden
rund 2700 Mitglieder zählt, noch bis zum
Donnerstag in Hof auf. Grund für den
Tagungsort Hof war dabei nicht zuletzt die überaus
erfolgreiche Arbeit des Arbeitskreises
„Markt Aktiv“, der sich seit rund zwei
Jahren mit großem Erfolg um die
Wiederbelebung des Wochenmarktes und des
Weihnachtsmarktes kümmert. Die Konferenz
begann gestern mit Plenarsitzungen und
Fachtagungen sowie einem Empfang durch die
Stadt Hof. Heute folgen weitere Sitzungen und
morgen eine Tagung der Marktmeister und
Referenten, bei der Franz Pischel,
Unternehmensbereichsleiter Recht, Planen,
Bauen, Umwelt, über das neue Modell des Hofer
Wochenmarktes referieren wird.
Der
Präsident des Landesverbandes, Wenzel Bradac,
stellte vor der Presse die Hauptanliegen und
-themen der Konferenz der Marktkaufleute und
Schausteller vor. Dabei betonte er besonders
die „jahrelange korrekte Zusammenarbeit mit
den Kommunen“, in die die Schausteller,
teils seit 30 Jahren und länger, immer wieder
kommen. „Die Schausteller und
Marktkaufleute, die auch einen wichtigen
Wirtschaftsfaktor für die gastgebende Stadt
darstellen, vertrauen darauf, bei den
Volksfesten immer wieder zugelassen zu
werden.“
Mit
der Stadt Hof sei die Zusammenarbeit
hervorragend und unbürokratisch, lobte er.
Hier werde, beispielsweise durch einen
deutlich vergrößerten Festumzug dafür
gesorgt, dass das Volksfest von Beginn an
viele tausend Besucher verzeichne. Auch die
neuen, richtungsweisenden Themenmärkte, die
bereits erfolgreich Nachahmer gefunden hätten,
und der Weihnachtsmarkt zeigten, dass in Hof Märkte
zeitgemäß gestaltet würden. Das „Hofer
Modell“ sei im bayerischen Landesverband
bestens bekannt, werde entsprechend unterstützt
und weiterempfohlen.
„Mit
unserer tollen Kampftruppe aus Stadträten, Bürgern
und Mitarbeitern der Stadtverwaltung bei Markt
Aktiv haben wir in Hof eine vorbildliche
Situation“, lobte Max Hertel von der
Bezirksstelle Hof seine ehrenamtlichen,
engagierten Mitstreiter und fragte
augenzwinkernd: „Wer zahlt schon fünf Euro
im Monat, um am Samstag gratis für seine
Stadt arbeiten zu dürfen?“ Sein Anliegen
sei es, deutlich zu machen, dass der Markt der
Zukunft mehr sein müsse, als nur ein Ort zum
Einkaufen hochwertiger Erzeugnisse. „Der
Markt ist künftig die einzige Nische, wo die
kleinen Hersteller noch ihren Kunden gegenüberstehen;
dort findet Kommunikation, Austausch und
Unterhaltung für die ganze Familie statt.“
Diesen
Eindruck bestätigte auch Oberbürgermeister
Dieter Döhla, als er die Gäste aus ganz
Bayern am Mittag offiziell begrüßte: „Bei
ihrer Konferenz werden Sie sich Gedanken
machen, wie es mit dem Marktleben in Bayern
weiter gehen soll. Engagement und
Zusammenarbeit heißen hier die Zauberworte.
Ich denke, dass wir in Hof zu diesem Thema auf
einem sehr guten Weg sind.“ KERSTIN STARKE
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