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Frische-Produkte
Von Simon Hopf
Die Verbraucher müssen momentan beim
Kauf vieler Frische-Produkte tief in die
Taschen greifen: Extrem kalte Witterung
sorgt für Ernteausfälle in den
Anbaugebieten Südeuropas , aus denen im
Winter Eissalat, Brokkoli und Co.
importiert werden.
Der Schock kommt beim Bezahlen: Ein paar
Tomaten sollen es sein, kein Kaviar. Ein
Eisbergsalat, ein Stengel Brokkoli, den
Blumenkohl nicht zu vergessen,
komplettieren das gesunde Arrangement.
Alles keine Extravaganzen für die
heimische Küchenorgie - und doch. Viele
Verbraucher trifft fast der Schlag, wenn
sie die aktuellen Preise von Produkten hören,
die sie auch sonst immer beim Gemüsehändler,
im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt
kaufen. Alles Wucher, oder was?
Das abgedroschene Schlagwort vom Euro
als Teuro trifft in diesem Fall sicher
nicht zu. Vielmehr ist die ungewöhnlich
kalte Witterung dafür verantwortlich,
dass selbst aus Südeuropa kein oder kaum
noch frischer Nachschub für heimische Köche
eintrifft.
„Eine Katastrophe“, heißt es
beispielsweise von der Mitarbeiterin eines
Neusser Gemüsegroßhandels - der alt
eingesessenen Adam Reuter KG - auf
Nachfrage der NGZ. Für eine Kiste
Eissalat (zwölf Köpfe) würden
beispielsweise im Einkauf für den Großhändler
schon mehr als 20 Euro fällig, auch
andere Salatsorten liegen momentan kostenmäßig
nicht viel darunter. „Das zieht noch
an“, heißt es aus der Branche. Denn wo
nichts wächst . . .
Von Panikmache will Cornel Straeter,
der an der Friedrichstraße in Neuss ein
stark frequentiertes Gemüsegeschäft
betreibt, zwar nichts wissen. Aber auch er
weiß: „In Padua liegt Schnee, da
herrscht totales Chaos, in Valencia liegt
Schnee. Da geht die Ernte kaputt.“ Der
40-Jährige spricht von einer „extremen
Situation“, er erinnert sich aber an
Jahre, da habe besagter Eissalat „auch
schon fünf Mark gekostet“. Beim
Stichwort „Blumenkohl“, der in der
Regel aus der französischen Bretagne
importiert wird, drückt Straeter das
derzeitige Dilemma in Zahlen aus: Statt
150 000 Kisten am Tag würden momentan nur
10 000 auf die Reise geschickt. - Da
bleibt ein Preissprung nicht aus.
Die hohen Preise kämen aber nicht nur
aufgrund der Witterung zustande, sagt
Straeter. Europa habe einfach mehr
Appetit, meint er und denkt dabei an den
Gemüsehunger in Osteuropa, der dank EU
und weitgehend durchlässiger Grenzen
ebenfalls durch die Ernten in den
klassischen Anbaugebiete des Südens
gestillt werden müsse. Doch die für Gemüse-
und Obstkulturen in Spanien erschlossenen
Zonen seien fast ausgereizt.
traeter, dessen Vater Ernst bereits über
Jahrzehnte mit Gemüse gehandelt hat,
wehrt sich aber entschieden dagegen, in
dem derzeitigen Preisauftrieb eine durchgängige
Tendenz erkennen zu wollen. Fakt sei: Im
Durchschnitt liege das Niveau im
internationalen Vergleich sehr niedrig. In
der Vergangenheit seien die Preise sogar
gefallen.
Umso erschrockener reagieren nun
vielerorts die Kunden. Von Kaufzurückhaltung
war im Laden des Neusser Gemüsehändlers
am Freitag jedoch nichts zu spüren. Wer
sparen wolle (müsse), dem empfiehlt
Straeter, auf einheimische Erzeugnisse zurückzugreifen.
Er bricht eine Lanze für die durch
geringe Erlöse arg gebeutelten deutschen
Gemüseproduzenten.
Sie würden „immer besser“,
erhielten hingegen im Schnitt „zu wenig
Geld“. Auch wundert sich der Fachmann über
veränderte Essgewohnheiten: Sobald früher
die ersten Fröste kamen, wurde Grünkohl
gekauft und gegessen. - Am Freitag
schienen die prallvollen Kisten vor dem
Geschäft auch am frühen Nachmittag noch
fast unberührt.
INFO:
Heimisches Gemüse
Es muss nicht immer Brokkoli sein. Aus
heimischem Anbau stammen derzeit viele Gemüsesorten
wie Wirsing, Weiß- und Rotkohl, Grünkohl
Stielmus, Rote Beete, Möhren oder Porree
und Rosenkohl
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Noch
mehr Obst und Gemüse essen
Bonn (dpa) - In Deutschland kommt trotz der
Appelle von Medizinern und Ernährungsexperten
noch immer viel zu wenig Obst und Gemüse auf den
Tisch.
Aus gesundheitlichen Gründen
seien «5 am Tag» (5 Portionen Obst und Gemüse täglich)
zu empfehlen, erklärte die Deutsche Gesellschaft
für Ernährung (DGE) in Bonn. Selbst wenn neben
den frischen Lebensmitteln alle Obst- und Gemüseprodukte
einbezogen werden, erreichten Frauen wie Männer
mit einem durchschnittlichen Verzehr von täglich
rund 300 Gramm Gemüse und Obst nur knapp die Hälfte
der von der DGE empfohlenen 650 Gramm.
Langfristig sei aber bereits ein steigender
Trend des Gemüse- und Obstkonsums erkennbar,
berichtete die DGE unter Verweis auf ihren
aktuellen Ernährungsbericht 2004. Ein hoher
Verzehr von Obst und Gemüse habe viele Vorteile für
die Gesundheit. Dem Körper würden essenzielle Nährstoffe
wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre
Pflanzenstoffe gegeben.
Obst und Gemüse seien auch vergleichsweise
kalorienarm. Zahlreiche Studienergebnisse zeigten
zudem risikomindernde Effekte für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren begünstigende
Faktoren wie Diabetes mellitus Typ 2,
Bluthochdruck und Übergewicht.
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| Flughafen
setzt Tulpen gegen Mäuseplage ein |
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| Etliche
Tulpenzüchter wurden vom niederländischen
Schiphol-Flughafen angeheuert, um
hunderttausende Tulpen rund um die
Flugfelder anzupflanzen. Der Grund:
Der Geruch der Blumen soll die Mäuse,
die sich auf den Landebahnen
tummeln, fernhalten... |
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Die Aktion hat allerdings mit
Tierschutz nichts zu tun: Die Mäuse
waren in der letzten Zeit zu einer
regelrechten Plage geworden, weil
sie Vögel anlockten, die
ihrerseits in die Turbinen der
startenden Maschinen gelangten und
dadurch Unfälle verursachten.
Allein im letzten Jahr stieg die
Zahl der durch Kollisionen mit Vögeln
verursachten Unfälle um 50
Prozent auf 5 von 10.000 Flügen.
Eine KLM Boeing 737 etwa, die
letztes Jahr von der Landepiste
geriet, kollidierte beim Start mit
einem Vogel.
Erheblicher Schaden an
Triebwerken
"Dieses Ärgernis ist ein
regelmäßiges Thema bei unseren
Gesprächen mit Schiphol",
meinte ein KLM-Sprecher zu den
Vorfällen. "Die Vögel können
den Triebwerken der Flugzeuge
erheblichen Schaden zufügen und
so den Flug gefährden."
Die Tulpen sind nicht die einzige
Maßnahme der Flughafenleitung:
Auch Hundestreifen, Leuchtpistolen
und Tonbänder mit lauten Geräuschen
sollen helfen, der Nager Herr zu
werden.
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Königliches
Blumenparadies in Gent
Von Helga Panten, dpa
Gent (dpa/gms) - Blumen- und Pflanzenschauen gibt
es viele, doch die Genter Floralien sind etwas
Besonderes. Das ist nicht nur so, weil sie nur
alle fünf Jahre stattfinden.
Sie sind in Belgien auch ein
gesellschaftliches Ereignis, bei dem die Freude über
Pflanzen mit Empfängen Hand in Hand geht. Nun ist
es wieder so weit: Vom 15. bis 24. April 2005 lädt
die «Königliche Gesellschaft für Landwirtschaft
und Pflanzenkunde» ein ins «Königliche
Blumenparadies».
Die Genter Floralien blicken auf eine fast
200-jährige Geschichte zurück. Als erste Blumen-
und Pflanzenschau auf dem europäischen Kontinent
starteten sie im Jahr 1809 in der Stadt, die bis
heute als Herz des belgischen Blumenanbaues gilt.
Damals bot die Gaststätte «Gardin de Frascati»
Raum für ganze 49 Pflanzen. Heute füllt die
Ausstellung die 43 000 Quadratmeter der Flanders
Expo komplett. Wie alle Messehallen gibt sich die
Flanders Expo äußerlich nüchtern. Innen geht es
dafür umso blumiger zu.
Wer deutsche Gartenschauen kennt, wird verblüfft
sein über die typisch belgische Art der
Pflanzenpräsentation. So wie die flämischen Gärten
und Parks von Spalierbäumen, streng geschnittenen
Hecken und Hecken, Kugeln und Säulen bestimmt
sind, dominiert auch in der Ausstellung das Spiel
mit Formen und Linien. «Einer der buchstäblichen
Höhepunkte wird eine 11 Meter hohe Pyramide sein»,
sagt Ausstellungskoordinator Jan Deman. «600
Azaleen, jede 4 Meter breit, werden dem Bauwerk
Farbe und Kontur geben.»
In die gleiche Richtung zielen künstlerische
Stände, die gewohnte Pflanzen wie Azaleen,
Orchideen, Begonien, Bromelien in ein neues Bild rücken
sollen. Anregungen für das heimische Grün lassen
sich bei den Gärten des 21. Jahrhunderts
entdecken, die verschiedene Landschaftsarchitekten
auf insgesamt 4000 Quadratmetern vorbereiten.
Besonders reizvoll verspricht die
internationale Beteiligung zu werden. 22 Länder
haben sich angemeldet - von Indien über
Brasilien, Jamaika und Uganda bis Südafrika. «Die
Genter Gärtner waren als erste so mutig, ihre
Ausstellung 1837 auch für die ausländische
Konkurrenz zu öffnen», sagt Doeke Faber, der Präsident
des Internationalen Gartenbauverbandes AIPH.
Vor fünf Jahren drängten sich 300 000
Besucher an den neun Tagen durch die Hallen. In
diesem Jahr werden nicht weniger erwartet. Für
die normalen Besucher ist nach 18.30 Uhr Schluss -
nicht aber für Unternehmen, ausländischen
Delegationen und private Einlader, die Gäste zu
einem der vier VIP-Programme, zu den Nocturnes,
einladen. Für sie öffnen sich die Tore der
Ausstellung auch abends: zum Sehen und Gesehen
werden, zum Speisen und Genießen. 60 000 Gäste zählte
die Königliche Gesellschaft im Jahr 2000 an den
neun Abenden.
Aber auch ohne dieses gesellschaftliche
Ereignis wird man sich in der Stadt Gent, die für
ihre Tuche und Spitzen berühmt ist, rund um die
Ausstellung nicht langweilen. Die Hauptstadt
Ostflanderns steht in touristischer Hinsicht immer
ein wenig im Schatten ihres Nachbarn Brügge. Aber
vielleicht war das ihr Glück, denn so entwickelte
Gent einen ganz eigenen Charakter.
Am besten erlebt man die verkehrsfreie
Innenstadt zu Fuß oder mit dem Boot, das über
die langsam fließende Leie und ihre Kanäle
tuckert. Orientierungspunkt ist der prächtige
Belfried, ein Wachturm aus dem 14. Jahrhundert
direkt neben dem Rathaus. Daneben recken sich die
Türme der St. Niklas-Kirche und der St.
Bavo-Kathedrale, in der die Besichtigung des
Triptychon von Jan van Eyck ein «Muss» ist.
Für Floralien-Besucher wird auch das «Museum
für Industrielle Archäologie und Textil», ein Höhepunkt
sein, das eine Ausstellung über «Textilien im
Zeichen der Natur, des Laubswerks und der Blumen»
anbietet. Das «Haus von Alijn», ein
Volkskundemuseum im ehemaligen Arme-Leute-Spital
aus dem 14. Jahrhundert, stellt sich mit der
Ausstellung «Von herab fallenden Rosenregen,
Orangenblüten, Mohnsamen und Waldmeister» auf
die Blumenschau ein. Und wem nach all dem die Füße
schmerzen, der entdeckt in den Kneipen und
Restaurants, dass Flandern weit mehr zu bieten
hat, als «Muscheln und Pommes Frites».
Informationen: Die Genter Floralien finden vom
15. bis 24. April statt, täglich von 8.00 bis
18.30 Uhr. Vom 15. bis 20. April kostet die
Tageskarte 17 Euro, danach 15 Euro. Kinder bis 12
Jahre sind frei. Auskünfte zur Stadt Gent: Genter
Fremdenverkehrsamt (Tel. von Deutschland:
0032/9/266 56 60, E-Mail: toerisme@gent.be)
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Obst in Formeln
Fruchthändler wissen es schon lange: Orangen
stapelt man am besten als Pyramide. Doch erst vor einigen Jahren
gelang ein mathematischer Beweis, und der ist bis heute umstritten
Von Wolfgang Blum
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Die Frage, wie man rundes
Obst am besten stapelt, war für die ZEIT
eigentlich erledigt. Damals hieß es, der
US-Mathematiker Thomas Hales habe nun
bewiesen, dass man Kugeln nicht platzsparender
aufschichten kann als die kunstvoll aufgetürmten
Orangen-Pyramiden auf dem Wochenmarkt (ZEIT
14/99). Was man an den Fruchtständen
seit eh und je intuitiv wusste, hatte den
Wissenschaftlern allerdings jahrhundertelang
Kopfzerbrechen bereitet.
Bereits der Astronom Johannes Kepler hatte
im Jahr 1609 behauptet, es existiere keine Möglichkeit,
Kugeln zu stapeln, die mit weniger Platz
auskomme. Doch wie sollte man das beweisen?
Bis Hales war die Mathematik an dieser Frage
gescheitert. Und ob er Keplers Vermutung
wirklich bewiesen hat, gilt nicht mehr als
sicher. Seine Arbeit, die er zum Teil mithilfe
seines damaligen Doktoranden Sam Ferguson
geschrieben hat, ist bis heute nicht veröffentlicht.
Wie es sich für die Lösung eines fast 400
Jahre alten Problems gehört, sollte eine der
angesehensten Fachzeitschriften, die Annals
of Mathematics, Hales’ 250 Seiten
starkes Manuskript publizieren. Doch an
Keplers Vermutung hatten sich schon so viele
kluge Köpfe die Zähne ausgebissen, dass die Annals-Herausgeber
das Papier gleich zu zwölf Gutachtern
schickten, statt die üblichen zwei oder drei
Kollegen zu bemühen. Grund für Zweifel gab
es allemal: Vor zehn Jahren hatte Wu-Yi Hsiang
von der University of California sogar einen
Beweis veröffentlicht, der sich als falsch
herausgestellt hat. Überdies steigerte
Hales’ Vorgehen die Skepsis. Er hatte das
Problem in gut 5000 Einzelfälle zerlegt, die
er dann mit massivem Computer-Einsatz
abhandelte. Das ist vielen klassischen
Mathematikernsuspekt, sie arbeiten am liebsten
mit Bleistift und Papier.
Die zwölf Gutachter nahmen ihre Aufgabe
mit Verve in Angriff, veranstalteten sogar
Seminare, in denen der Beweis durchgeackert
wurde – und gaben Anfang des Jahres auf. Der
Sprecher der Gruppe, der ungarische
Mathematiker László Fejes Tóth – sein
Vater Gábor Fejes Tóth hatte 1965
vorausgesagt, Keplers Vermutung werde eines
Tages mithilfe von Computern bewiesen – erklärte,
er sei zu 99 Prozent überzeugt. Doch mit
allerletzter Sicherheit habe sein Team die
Richtigkeit des Hales-Beweises nicht bestätigen
können. Hales erhielt daraufhin eine
niederschmetternde E-Mail von den Herausgebern
der Annals: Die Gutachter „sind
nicht in der Lage, die Richtigkeit des
Beweises festzustellen, und werden auch in
Zukunft dazu nicht in der Lage sein. Sie sind
mit ihrer Energie am Ende.“ Möglicherweise
hätte Hales sein Manuskript überarbeiten und
leichter lesbar machen sollen. Doch nachdem er
viele Jahre über der Vermutung gebrütet
hatte, war offensichtlich auch er mit seiner
Energie am Ende.
Trotzdem hat man nun beschlossen, die
Arbeit zu veröffentlichen – allerdings
„ohne Gewähr“, mit dem Hinweis, das
Manuskript habe nicht vollständig auf
Korrektheit geprüft werden können. Hales
wurmt das: „Es ist äußerst ungewöhnlich,
dass sich Herausgeber derart von einer Arbeit
distanzieren. Ich kenne keinen anderen Fall,
in dem das passiert wäre.“ Was steckt
hinter dem Disput?
Mathematiker produzieren für die Ewigkeit.
Was einmal als richtig erkannt wurde, geht für
immer in das mathematische Denkgebäude ein
und wird häufig Ausgangspunkt für weitere
Verästelungen. Deshalb legt die Zunft großen
Wert darauf, dass nur korrekte Beweise veröffentlicht
werden. Bei Computerbeweisen ist die Qualitätskontrolle
schwierig. Denn was genau im Rechner
geschieht, ist für Menschen nicht
nachzuvollziehen. Zudem benutzte Hales
kommerzielle Programme. Um die Richtigkeit
seiner Arbeit zu prüfen, müsste man genau
genommen auch untersuchen, ob die Software
fehlerfrei funktioniert. Das ist indes unmöglich,
da die Firmen meist geheim halten, wie sie
programmiert wurde. Überdies veralten die
Programme schnell. Die Versionen, mit denen
Hales gerechnet hat, sind nicht mehr erhältlich
und laufen teilweise auf modernen Rechnern
nicht mehr.
Glücklicherweise gab es wenige Fälle, in
denen wichtige mathematische Fragestellungen
nur mit Computerhilfe zu lösen waren. Der berühmteste,
das Vierfarbenproblem, stand 125 Jahre lang
offen: Wie viele Farben braucht man, um jede
Landkarte so einfärben zu können, dass
benachbarte Länder jeweils verschiedenfarbig
sind? Wolfgang Haken und Kenneth Appel von der
University of Illinois in Urbana bewiesen
1976, dass – wie vermutet – vier Farben
genügen. Sie unterteilten das Problem in 1476
Fälle, die dann der Computer bewältigte.
Ihre Arbeit wurde ohne „Beipackzettel“ der
Herausgeber veröffentlicht. Doch war sie
genauso wenig mit letzter Sicherheit auf
Korrektheit zu prüfen wie Hales’ Beweis.
Mitte der neunziger Jahre wollten die
amerikanischen Mathematiker Neil Robinson,
Daniel P. Sanders, Paul Seymour und Robin
Thomas den Beweis prüfen. Bald bemerkten sie,
dass es einfacher sei, die Vermutung neu zu
beweisen, als Hakens und Appels Manuskript zu
verstehen. Das Ergebnis war ein neuer Beweis
des Vierfarbensatzes, der zwar auch auf den
Computer zurückgreift, aber wesentlich
leichter verständlich ist. „Wir haben weder
überprüft, ob der Computer korrekt arbeitet,
noch, ob das Übersetzungsprogramm fehlerlos
ist“, räumen die Autoren ein. Da bei
mehreren Durchläufen immer dasselbe Ergebnis
herauskam, sei die Wahrscheinlichkeit, dass
etwas nicht stimme, „unendlich kleiner“
als die eines menschlichen Fehlers.
Doch damit sind noch lange nicht alle
Probleme des Fruchthandels gelöst: Nach
seinem Beweis für Keplers Vermutung erhielt
Hales einen Anruf vom örtlichen Markt.
„Kommen Sie gleich vorbei“, habe sein
Gesprächspartner gesagt. „Wir können zwar
Orangen stapeln, aber wir haben Probleme mit
den Artischocken.“
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Früchte
und Wurzelgemüse peppen Rohkost auf
Von Eva Neumann, dpa
Berlin/Weimar (dpa/gms) - Fast jedes Gemüse sei
das ganze Jahr über erhältlich - Feldsalat, Rote
Beete oder Steckrüben würden derzeit jedoch sehr
günstig angeboten», sagt Laura Groche von der
Verbraucherinitiative in Berlin. Grund genug,
Wintersalate neu zu kombinieren.
Der Winter-Basis-Salat
schlechthin ist der feinherbe Feldsalat, auch
Rapunzel oder Ackersalat genannt. «Feldsalat ist
eine totale Vitaminbombe, noch dazu sehr leicht zu
handhaben: Er passt zu allem - vom Apfel bis zu
sauer eingelegten Roten Beeten», sagt die Ernährungsreferentin.
Dabei sind die saftig grünen Blattbüschelchen
dank ihres erdig-nussigen Geschmacks nicht auf
Begleiter angewiesen. Auch mit einer Sauce aus
Senf, Orangensaft und Sonnenblumenkernen schmecken
sie hervorragend.
Eine knackige Grundlage bilden auch die länglich-ovalen
weißgelben Chicoreeblätter. Ihr
herzhaft-bitterer Geschmack ist nicht jedermanns
Sache. Er lässt sich jedoch durch die Zubereitung
und die Wahl der Zutaten mildern: Die Bitterstoffe
sitzen vor allem im Strunk. «Auch sahnige Saucen
nehmen das herbe Aroma», schlägt Groche vor.
Leicht unterschätzt werden Rote Beete. Sie
sind vor allem als sauer eingelegtes Gemüse
bekannt. «Dass sich aus den rohen Knollen tolle,
vitaminreiche Salate zaubern lassen, wissen viele
nicht», sagt Ursula Träger,
Hauswirtschaftsleiterin aus Illertissen (Bayern).
Radicchio kommt im Winter ebenfalls ganz groß
raus. Seine rosa- bis violettroten, knackigen Blätter
schmecken angenehm kräftig und herb-bitter. «Radicchio
lässt sich ähnlich wie Chicoree kombinieren -
zum Beispiel mit milden Salatsorten, Früchten und
Nüssen», sagt Horst Meißner, Küchenchef des «ACC
Café Restaurant» in Weimar.
Gehaltvolle Krönung vieler Blattsalate sind
Wurzelgemüse: Süßliche Pastinaken, mildwürzige
Schwarzwurzeln, kräftiger Winterrettich, süßliche
Steckrüben oder erdige Knollensellerie werden roh
oder angedünstet als Stifte über den Salat
gerieben. Konkurrenz bekommen sie durch Nüsse
aller Art. «Besonders harmonisch schmecken Walnüsse.
Sie passen sich geschmacklich mehr an als Haselnüsse»,
sagt Groche.
Eine ideale Ergänzung zu allen Salaten, vor
allem zu leicht bitteren wie Chicoree oder
Radicchio, sind Früchte. Hochsaison haben jetzt
Zitrusfrüchte, von Orange und Grapefruit bis zu
Mandarine und Zitrone. «Die Früchte können
entweder püriert oder geschnitten im Dressing
aufgearbeitet oder als Filets auf dem Salat
verteilt werden», empfiehlt Küchenchef Meißner.
Auch Äpfel eignen sich gut als Salat-Zutat: «Sie
sind gesund, günstig und gut zu lagern», sagt Träger.
Klassisch werden Äpfel mit Möhren kombiniert.
Aber auch mit Lauch und Sellerie, mit Roten Beeten
und Zwiebeln machen sie eine gute Figur. Dank der
Vielfalt der Apfelsorten gibt es zu jeder
Salatbasis eine Apfelschale, die farblich
besonders gut harmoniert. Denn schließlich
bringen Früchte neben Frische und Süße vor
allem Farbe ins Spiel. Orange Apfelsinen auf
blass-grünen Chicoree-Blättern oder intensiv
rote Granatäpfel auf dunkelgrünem Feldsalat sind
Gaumenschmaus und Augenweide in einem.
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| Plastikverpackung
für den Biomüll |
LINZ. Joghurtbecher,
Tragetaschen, Verpackung von Obst und Gemüse,
die nach dem Gebrauch bedenkenlos in den
Biomüll wandern können - so etwas gibt es?
Ja. Und in Linz wurde gestern Verpackung aus
naturnahen Kunststoffen, hergestellt aus
Maisstärke, einem interessierten Publikum
österreichweit zum ersten Mal präsentiert.
Die Verpackung aus Biomasse hat alle
Eigenschaften von herkömmlichem Plastik -
ist also reißfest, hitze- und
feuchtigkeitsbeständig - hilft aber den
Kohlendioxid-Ausstoß um bis zu fünfzig
Prozent zu senken.
Hinter dem neuen Verpackungsmaterial stehen
das Wiener Institut für innovative
Pflanzenforschung mit Hanswerner Mackwitz an
der Spitze und das Energie-Institut der
Johannes Kepler Universität. Um die
Herstelleung kümmert sich die Firma Greiner
in Kremsmünster. Unterstützung bekommt der
Vater des Projekts "loop linz" (love
orange organic Plastic) vom Land, der Stadt
Linz und vielen Firmen, darunter
beispielsweise die Linz AG.
"Wir stehen innovativen Projekten
aufgeschlossen gegenüber", sagt Erhard
Glötzl (Bild), Geschäftsführer der Linz
Service. Diesen nachhaltigen Weg des
vollkompostierbaren Plastiks sehe er sehr
positiv. "Vor allem die
Bioabfalltrennung wird so um vieles
einfacher, da das Biosackerl mit in den
Kompost wandert", sagt Glötzl. Die
Linz AG wird ab 21. März in allen vier
Linzer Altstoffsammelzentren kompostierbare
Plastiksackerl aus Biomasse anbieten. 26 Stück
kosten vier Euro. "Zudem schreiben wir
sämtliche Handelsketten an. Mit dem Wunsch,
die Biosackerl ins Sortiment
aufzunehmen".
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|
Tomaten
lassen sich gut im Backofen trocknen
Bonn (dpa/gms) - Getrocknete Tomaten sind eine
Spezialität aus Südeuropa, die in Deutschland
immer mehr Liebhaber findet. Die Früchte lassen
sich auch in Eigenregie trocknen.
Dazu werden die Tomaten
halbiert und mit der Schnittfläche nach oben auf
ein Backblech gelegt, erläutert der
Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Bei 50
Grad werden die leicht gesalzenen Früchte
anschließend mindestens fünf Stunden lang
getrocknet.
Die Backofentür sollte dabei einen Spalt weit
offen bleiben, raten die Experten. Dazu kann ein
Holzkochlöffel in die Tür geklemmt werden. Nach
fünf Stunden sollten die Tomaten kontrolliert und
bei Bedarf weiter getrocknet werden. Wer häufig
Obst und Gemüse trocknet, kann sich auch einen
speziellen Dörrautomaten anschaffen. Darin werden
die Tomaten vier Stunden auf großer und weitere fünf
Stunden auf kleiner Stufe getrocknet
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Kohl-
und Blattgemüse aus Fernost Einzug in unserer
Küche.
Einige bei uns verbreitete Gemüsesorten
sind in ähnlicher Form auch in Asien zu finden.
«Hongkong Gailan ist ein Verwandter des Brokkoli.
Er hat jedoch weniger Röschen und einen größeren
Strunkanteil, der mit verwendet wird», erklärt
Sven Feldmann, Küchenchef des asiatischen
Restaurants «Taku» in Köln. Thai-Auberginen
bieten Auberginen-Genuss auf einen Biss.
«Daneben gibt es jedoch einige Exoten, die
ganz neue Geschmackserlebnisse bescheren», erläutert
Feldmann. Der Küchenchef kocht besonders gerne
mit Lotuswurzeln. Sie werden geschält und
blanchiert, als Suppe zubereitet oder auch mit
Fleisch gekocht. «Das leicht süßliche Aroma der
Lotuswurzel harmoniert gut mit Knoblauchsauce und
Zitronengras», sagt Feldmann.
Eine vielseitige Kuriosität ist die
Speisechrysantheme Shungiku. Ihre jungen Triebe
und Blätter dienen als Würzmittel. Sie passen
beispielsweise sehr gut in einen Salat mit
Tomaten, Bohnensprossen und Tofu.
Dass die asiatische Küche nicht zwangsläufig
scharf sein muss, beweisen die Blattgemüse: Sie
bieten die ganze Bandbreite der Aromenpalette.
Leicht nussig kommt der asiatische Kopfsalat Kairn
daher. Senfspinat (Kamizuna oder auch Komatsuna)
mit seinem senfartigen Aroma und großen, grünen
Blättern oder auch der ruccola-ähnliche Mizuna
sind würzige Blattgemüse, die sich gut als
Beilage eignen.
Ein Hingucker sind leuchtend grüne, paprikaähnliche
Okra-Schoten - zum Beispiel zusammen mit Süßkartoffeln
oder auch mit Forellenfilet. Bei ihrer Zubereitung
ist Vorsicht geboten: Sie dürfen auf keinen Fall
verletzt werden. «Die Schoten sind mit einer
geschmacklosen, gallertartigen Flüssigkeit gefüllt,
die nicht jedermanns Sache ist», erklärt der
Kochbuchautor Hubert Hienle aus Biessenhofen
(Bayern).
Unter den Kohlsorten ist hierzulande Chinakohl
die bekannteste. Er kann gegart oder auch roh
verzehrt werden. Sein saftiger Verwandter Pak Choi,
auch Senf-, Peking- oder Blätterkohl genannt,
schmeckt ebenfalls mild, manchmal auch leicht
erdig.
Rohkost-Salate im westlichen Sinne sind in
Asien wenig verbreitet. Stattdessen wird das Gemüse
traditionell im Wok zubereitet, vor allem durch
das so genannte Pfannenrühren: «Fein
geschnittenes Gemüse wird bei möglichst hoher
Hitze in Öl gebraten und dabei ständig gerührt»,
erläutert Hienle. Ebenfalls sehr schonend ist das
Dämpfen im Wok, notfalls auch im Schnellkochtopf
oder im Dampfgarer. «Wenn das Gemüse zuvor mit
aromatischem Sesam-Öl beträufelt wird, kann der
Körper die Vitamine besser verarbeiten», sagt
Hienle.
Gemüse kann entweder pur gedämpft oder
raffiniert in Teigtaschen gewickelt werden. «Wenn
die Gemüsestücke zu groß sind, sollten sie vor
dem Dämpfen kurz blanchiert werden», rät Hienle.
Gehaltvoller sind frittierte Gemüse. Buschbohnen,
Blumenkohl, Shiitake-Pilze oder auch Möhren
werden kurz durch einen Backteig aus Tempuramehl
gezogen und dann in schwimmendem Fett ausgebacken.
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Teure
Rohstoffe treiben deutsche Großhandels-Preise
nach oben
Mittwoch 9 März, 2005
08:18 CET
Wiesbaden (Reuters) - Teure Rohstoffe haben auch
im Februar die deutschen Großhandelspreise nach
oben getrieben.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom
Mittwoch stiegen die Großhandelspreise zum
Vorjahr um 3,8 Prozent. Zum Vormonat verteuerten
sich Großhandelswaren um 0,6 Prozent. Besonders
starke Preisanstiege zum Vorjahr verzeichneten die
Statistiker im Großhandel mit Erzen, Eisen,
Stahl, Nicht-Edel-Metallen und Halbzeug, die sich
um 27,5 Prozent verteuerten. Feste Brennstoffe und
Mineralölerzeugnisse kosteten im Großhandel 12,3
Prozent mehr als im Februar 2004.
Billiger wurden dagegen Getreide, Saaten und
Futtermittel, die sich um gut 25 Prozent
verbilligten. Pharmazeutische Erzeugnisse und
medizinische Hilfsmittel kosteten 4,8 Prozent
weniger. Im Monatsvergleich verteuerten sich
typisch für die Jahreszeit Obst und Gemüse um
gut sieben Prozent. Nachdem die Preise für feste
Brennstoffe und Mineralölprodukte in den
vergangenen drei Monaten nachgegeben hatten, zogen
sie im Februar gegenüber dem Vormonat wieder an
um 1,5 Prozent
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Hauptsache
billig ist die Devise vieler Konsumenten bei
Fleisch. Die Qualität bleibt dabei oft auf der
Strecke.
Es ist so, als hätte es BSE nicht gegeben: Die
Deutschen konsumieren mehr Fleisch als je zuvor.
Lediglich 1991 war die Fleischproduktion auf Grund
von Sondereinflüssen nach der Wiedervereinigung höher.
Mittlerweile sorgt sich die „Bild“-Zeitung um
die Qualität von Fleisch und Wurst, denn für den
Preis könne kaum gute Qualität produziert
werden. So gebe es „ein Kilo Rinderhack bereits
für vier Euro, Schweineschnitzel ist günstiger
als Obst“ und „saftiges Gulasch sei zum
Dumping-Preis“ zu haben.
Skandal weitet sich aus
Der Preisdruck treibt eigenartige Blüten. So
tricksen Supermärkte mit dem Verfallsdatum. Der
Skandal um gefälschte Etiketten bei
Supermarkt-Frischfleisch in Niedersachsen weitet
sich aus. Zusätzlich zu den zwei bekannten
Real-Filialen in Hannover seien zwei weitere Märkte
dieser Kette im Visier der Justiz, sagte der
Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft
Oldenburg, Bernard Südbeck.
Es handele sich um Filialen in Minden
(Nordrhein-Westfalen) und in Südniedersachsen.
Zudem gebe es sehr viele Hinweise von Kunden auf
Real-Märkte, aber auch auf andere
Supermarkt-Ketten, sagte Südbeck.
Verbraucherschutzministerin Renate Künast
forderte Länder und Unternehmen deshalb zu schärferen
Kontrollen auf. Außerdem müssten die
Verantwortlichen fristlos entlassen werden, sagte
sie.zum
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| Neue
Isolierverpackung für die Fleisch
verarbeitende Industrie |
 |
| Eine neu entwickelte
Isolierbox und der Einsatz von
RFID-Transpondern (Radio Frequency
Identification) soll eine lückenlose Kühlkette
beim Transport von Lebensmitteln sowie deren
Kontrolle im Null-Grad-Celsiums-Bereich gewährleisten. |
 |
Dortmund. Als Vorbild dienten
die Isolierverpackungen für Blutkonserven
der Firma ThermoSecure in Köln.
ThermoSecure, auf die Entwicklung von
Verpackungssystemen mit isolierenden
Eigenschaften spezialisiert, entwickelte
zusammen mit dem Hersteller des
Isoliermaterials, der Firma Alcan Kapa, ein
auf die Transportbehältnisse der
Fleischverarbeitungsindustrie zugeschnittene
Lösung. In der Branche kommen ausschließlich
so genannte E2-Boxen des Herstellers
Bekuplast für den Transport in Kühlfahrzeugen
zum Einsatz. In dieses System hinein
konzipierten die Unternehmen eine
Isolierverpackung aus dünnem Material, um möglichst
wenig Stauraum zu verlieren.
Im Verpackungsprüflabor des
Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und
Logistik (IML) in Dortmund wurden die
isolierenden Eigenschaften der Prototypen
mit Namen Isoboxx E2 vermessen und geprüft.
Parallel dazu läuft seit Sommers 2004 ein
Praxistest bei der Firma Fleisch- und
Wurstwaren Schmalkalden. Die auf null bis
minus ein Grad vorgekühlte Ware behielt
ohne Eiszusatz bis zu 16 Stunden, mit Zusatz
von 300 Gramm Trockeneis bis zu 28 Stunden
lang eine Temperatur unter plus zwei Grad
und entspricht damit den Anforderungen an
den Transport von Hackfleischprodukten.
Der Einsatz von RFID-Transpondern wird
zurzeit am Fraunhofer IML untersucht und auf
ihre logistische Einbindung erprobt. In Kürze
werden die Chips während des Transports
permanent die Innentemperatur in der
Isolier-Box messen. In der Warenannahme des
Kunden können Auslesegeräte berührungslos
bei geschlossener Box diese Temperaturkurven
auslesen. |
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In Kürze beginnt wieder die Blumensaison in
Deutschland. Aber die Vermarktung von Bio-Schnittblumen
ist nach wie vor schwierig, eine flächendeckende
Lieferfähigkeit des Handels gibt es nicht. Einzelne
Naturkostgroßhändler wie Dennree, Elkershausen oder
Paxan bieten Kräutertöpfe, Beet- und Balkonpflanzen
und manchmal auch Schnittblumen an. Der Naturkostgroßhändler
Weiling möchte im nächsten Jahr einsteigen. Der
konventionelle Blumenhandel bietet in einigen
Floristikfachgeschäften fair gehandelte Blumen mit
einem Flowerlabel an, allerdings sind diese nicht "bio".
Auf der Bio Fach Messe in Nürnberg im Februar diesen
Jahres und unmittelbar danach gab es verschiedene
Veranstaltungen zum Thema Öko-Zierpflanzen. Bei der Bio
Fach hatte die Messeleitung erstmals einen separaten
Bereich für Öko-Zierpflanzen zur Verfügung gestellt.
Dort nutzte ein knappes Dutzend Erzeuger die Gelegenheit
erfolgreich, sich einer neuen Kundschaft vorzustellen.
Ein Gemeinschaftsstand der Anbauverbände informierte über
Bezugsquellen und Hintergründe von Zierpflanzen aus
kontrolliert biologischem Anbau. Zwar gibt es rund 120
Öko-Erzeuger bundesweit, die Schnittblumen, Kräutertöpfe
oder Beet- und Balkonpflanzen anbieten. Über die
Direktvermarktung auf Wochenmärkten und im Hofladen
geht der Verkauf jedoch meist nicht hinaus. Dieter
Gaissmayer, der eine bekannte Staudengärtnerei in
Illertissen führt, kritisierte während einer
Zierpflanzenveranstaltung auf der Bio Fach deutlich die
Anbauverbände. Seiner Meinung nach tun diese viel zu
wenig, um den Öko-Zierpflanzenbereich aufzubauen.
Die Bio-Blumen Vermarktung stand Ende Februar im
Mittelpunkt einer Veranstaltung mit dem Titel
"Bio-Blumen in den Handel!" in der
Evangelischen Landjugendakademie in Altenkirchen. Mit 40
Teilnehmern vom Anbauer über Naturkosthandel und
Verbandsvertreter bis zur Wissenschaft waren die
unterschiedlichsten Bereiche vertreten, um gemeinsam
auszuloten wie eine Vermarktungsstruktur für
Schnittblumen und Topfpflanzen aufgebaut werden könnte.
Der nordrhein-westfälische Staatssekretär im
Landwirtschaftsministerium Thomas Griese, der zu Beginn
der Tagung ein Grußwort an die Versammelten richtete,
konstatierte "einen wachsenden Bedarf an
Bio-Blumen". Er sieht zudem die Notwendigkeit verstärkt
an die Öffentlichkeit zu treten, um dort die
Notwendigkeit von ökologischen Alternativen deutlich zu
machen.
Der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums von
Rheinland-Pfalz, Herr Stumm, wies auf die erstaunliche
Entwicklung des Öko-Anbaus in den letzten Jahren hin,
und versprach sich von der Tagung einen deutlichen Anstoß
für die weitere Entwicklung des Öko-Zierpflanzenanbaus.
Erfreulicherweise verfolgten auch mehrere Vertreter
konventioneller Verbände und Fachzeitschriften die
Tagung mit großem Interesse. In verschiedenen Beiträgen
wurden Ergebnisse von Verbraucherbefragungen auf
Hamburger Wochenmärkten vorgestellt, über Erfahrungen
in der Blumenvermarktung in Holland und der Schweiz
berichtet sowie über mögliche öffentlichkeitswirksame
Kampagnen mit Vertreterinnen von Verbraucherzentrale und
Verbraucher Initiative diskutiert.
Mit dem Titel "Bio-Planzen habens in sich"
stellte Otto Schmid vom schweizer Forschungsinstitut für
biologischen Landbau (FiBL) ein soeben in der Schweiz
erschienenes 12-seitiges Broschürchen vor, das zur
Information der Verbraucher an den Verkaufsstellen von
Bio-Blumen in den nächsten Monaten eingesetzt wird.
Diese, mit einem roten Tulpenstrauß verzierte Broschüre,
diente in verschiedenen Diskussionsbeiträgen auf der
Altenkirchener Blumentagung als hervorragendes Beispiel
für eine Infokampagne wie sie auch in Deutschland
umgesetzt werden sollte. In der Schweiz werden die
Bio-Blumen mit dem "Bio-Suisse-Knospe" Label
ausgelobt. Auch hierzulande sollte neben den
Verbandswarenzeichen das ÖPZ über kurz oder lang für
diese Zwecke einsetzbar sein. Eine klare Absage
erteilten die Beteiligten der Blumentagung der
Neuentwicklung eines eigenständigen Bio-Blumenlabels.
Vor allem Stephanie Ludes von der Verbraucher
Inititiative und Elke Meißner, Verbraucher Zentrale Düsseldorf,
sprachen sich dagegen aus, da es sowieso schon einen unüberschaubaren
Umweltzeichen Dschungel gäbe.
Am Ende der Tagung war man sich einig, dass nach Möglichkeit
eine bundesweite Plattform geschaffen werden sollte.
Anbauverbände, Großhandel sowie Verbraucher- und
Umweltverbände könnten durch eine gemeinsame
Initiative der Vermarktung von Bio-Blumen zum Durchbruch
verhelfen. Ein gemeinsames "Bio-Blumenbüro" könnte
für die Herausgabe von Infomaterialien, Plakaten,
Stickern (für Blumensträuße) und Produkttafeln zuständig
sein. Dort könnten auch Fachseminare organisiert
werden, zum einen für die Weiterbildung von
Naturkostladnern wie auch für die Beratung der Großhändler,
die in die Blumenvermarktung einsteigen wollen. Deutlich
wurde auf der Tagung hervorgehoben, dass das Handling
und der Transport dieser empfindlichen Frischware nicht
ganz einfach ist und einige Kenntnisse voraussetzt.
Ein ganz handfestes Ergebnis der Altenkirchener
Tagung war die Zusage des nordrhein-westfälischen
Naturkostgroßhändlers Weiling im kommenden Jahr eine
Bio-Blumen Aktion für seine 400 belieferten
Naturkostfachgeschäfte in Angriff zu nehmen.
Praktischerweise waren zwei Schnittblumenerzeuger aus
der gleichen Region anwesend, die das Angebot mit großem
Interesse aufnahmen.
Ganz auf die Weiterbildungsbedürfnisse der Praktiker
im Öko-Zierpflanzenbau zugeschnitten, war ein
deutschsprachiges Seminar in Holland auf dem Betrieb von
Wim Postema. Er hat seit mehr als 10 Jahren Erfahrungen
im Anbau und der Vermarktung von biologisch erzeugten
Blumenzwiebeln gesammelt. Die 22 Teilnehmer aus
Deutschland waren laut Wim Postema begeistert, über das
Blütenmeer, das ihnen bei der Besichtigung einer großen
Tulpenschau in den Vortreibegewächshäusern eines
Betriebes präsentiert wurde. Hier konnte man nicht nur
die passende Auswahl für das eigene Sortiment treffen,
sondern auch wertvolle Tipps über Anbau, Ernte,
Verpackung und Vermarktung sammeln
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